Zu 1.: Naja, wer sich erst mal durchgerungen hat, semantisches statt präsentationsorientiertes Markup zu schreiben, wer also z.B. dafür zu Microformats greift, der wird vermutlich auch eher bereit sein, die Klassennamen weiterhin auch bei einem Redesign ordentlich zu wählen. Aber das ist natürlich nur eine Vermutung von mir 🙂

Zu 2.: Ich verstehe Deine Argumentation. Da ist auch was dran. Der Mehraufwand wirkt zunächst tatsächlich abschreckend. Wobei hier m.M.n. vor Allem die Vielzahl der Präfixe abschreckend ist. Weniger wäre hier deutlich mehr. Aber ich denke immer noch, dass die Vorteile die durchaus vorhandenen Nachteile aufwiegen könnten. Aber natürlich ist auch dies eine persönliche Vermutung.

Zu den Alternativen: RDFa finde ich recht ordentlich. Bei Microdata sehe ich noch nicht so recht klar. Was soll z.B. dieses „itemscope“? Ist das ein Attribut? Dann fehlt hier der Wert. Ohne Wert ist es wertlos (im Sinne des Wortes, und im anderen Sinn auch). Auch, für die entsprechende Meta-Information ein neues Attribut (itemprop) zu erfinden finde ich nicht so das Gelbe vom Ei. Der Inhalt des class Attributs soll den Inhalt des html-Containers (näher) klassifizieren. Daher heisst es ja auch „class“. Es ist nur konsequent, dafür auch genau dieses Attribut zu verwenden.

Und nur als Ergänzung: Natürlich sollte die erste Wahl zur Klassifizierung eines Inhalts immer das passende html-Element sein. Daher bringt hier html5 wirklich Nützliches. Auch, dass man jetzt endlich meta-Informationen nicht nur im Header, also gültig für die gesamte Seite, sondern auch für einen Teilbereich der Seite einfügen kann, ist sehr sehr nützlich. Das war überfällig. Und Vieles von dem, was jetzt endlich realisiert wurde, macht Einiges von dem, was bisher Microformats und Ähnliche leisteten, obsolet. Kann man getrost begraben. Deswegen werden Microformats, RDFa und Dergleichen nicht gleich überflüssig. Aber ich denke, das hast Du ja so oder so ähnlich hier auch schon geschrieben.

Und was den Blick in die Glaskugel (Zukunft) angeht: Das kann man getrost unterschiedlich interpretieren. Wir werden sehen.