{"id":872,"date":"2008-05-24T14:12:12","date_gmt":"2008-05-24T12:12:12","guid":{"rendered":"http:\/\/notizblog.org\/?p=872"},"modified":"2020-05-29T21:02:15","modified_gmt":"2020-05-29T19:02:15","slug":"die-zukunft-der-microformats","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/notiz.blog\/2008\/05\/24\/die-zukunft-der-microformats\/","title":{"rendered":"Die Zukunft der Microformats"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/notiz.blog\/wp-content\/uploads\/2006\/11\/microformats.jpg\" alt=\"microformats.jpg\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Da ich mich in den letzten Monaten viel mit Themen wie <a href=\"https:\/\/notiz.blog\/tag\/dataportability\/\">DataPortability<\/a> oder dem <a href=\"https:\/\/notiz.blog\/tag\/semantic-web\/\">Semantic Web<\/a> besch\u00e4ftigt habe, kam mir die Frage welche Rolle <a href=\"http:\/\/microformats.org\">Microformats<\/a> in Zukunft einnehmen werden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Microformats und DataPortability<\/h4>\n\n\n\n<p>Bisher sind zwei (mit hAtom drei) Mikroformate im DataPortability-Konzept enthalten:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20081011071432\/http:\/\/wiki.dataportability.org\/display\/dpmain\/DP-REC-006+Profile+Definitions\">hCard<\/a> &#8211; zum Austausch von Profildaten<\/li><li><a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20081011071702\/http:\/\/wiki.dataportability.org\/display\/dpmain\/DP-REC-007+Contact+List+Definitions\">XFN<\/a> &#8211; zum Austausch von Freundschafts-Netzen<\/li><li>(hAtom &#8211; als Alternative zu ATOM oder RSS)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Ich denke aber nicht, dass Microformats (zumindest in der klassischen HTML-Version) \u00fcber l\u00e4ngeren Zeitraum diese Position in der DataPortability-Idee einnehmen werden. Microformats sind zwar weit verbreitete und simple Formate um Informationen semantisch aufzubereiten, sind aber schwer zu parsen (HTML) und bieten keinen wirklichen Authentifizierungsmechanismus (da sie direkt im HTML-Quelltext stehen).<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin der Meinung dass OpenID und FoaF alle Eigenschaften von Microformats auf eine wesentlich bessere Weise l\u00f6sen k\u00f6nnen. FoaF ist losgel\u00f6st von der normalen Webseite und kann so problemlos \u00fcber OAuth oder OpenID gesch\u00fctzt werden und bildet sogar Profildaten und Freundesnetze ab. Noch einfacher w\u00e4re <a href=\"http:\/\/openid.net\/specs\/openid-attribute-exchange-1_0.html\">OpenID Attribute Exchange<\/a>, da so SingleSignOn, Portabilit\u00e4t und Authentifizierung mit einem Standard abgedeckt sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Den einzigen <abbr title=\"DataPortability\">DP<\/abbr>-Anwendungsfall den ich mir f\u00fcr Microformats vorstellen k\u00f6nnte w\u00e4re eine Alternativ-Form (zu HTML) wie z.B. <a href=\"http:\/\/microformats.org\/wiki\/jcard\">JSON<\/a> oder <a href=\"http:\/\/microformatique.com\/optimus\/?uri=http%3A%2F%2Fnotiz.blog&amp;format=xml&amp;function=&amp;filter=hcard\">XML<\/a>, da sie sich im Gegensatz zu <a href=\"https:\/\/notiz.blog\/2007\/11\/04\/hcard-als-attribute-exchange-fuer-openid\/\">Attribute Exchange<\/a> oder FoaF an bestehende Standards (z.B. vCard) halten und wohl definiert sind, w\u00fcrde aber nicht mehr viel mit der klassischen Idee der Microformats zu tun haben.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Microformats und das Semantic Web<\/h4>\n\n\n\n<p>Microformats werden auch immer wieder (f\u00e4lschlicherweise) als Teil des Semantic Web bezeichnet und lassen sich dank <a href=\"http:\/\/pixelsebi.com\/2006-10-24\/grddl-schlagt-die-brucke-zu-rdf\/\">GRDDL<\/a> auch problemlos in dieses integrieren, bieten aber sonst keinerlei Semantic-Web-Eigenschaften. Nach der Ver\u00f6ffentlichung von RDFa haben Microformats aber auch einen schlechten Stand als &#8222;real world semantics&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein wesentliches Defizit der <abbr title=\"Microformats\">\u00b5F<\/abbr> im Vergleich zu RDFa ist die schlechte Skalierbarkeit und das Problem der fehlenden <a href=\"http:\/\/www.w3.org\/TR\/rdf-concepts\/#section-triples\">Triples<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Sieht man das <em>Semantische Web<\/em> als Zukunft des Internets, werden <abbr title=\"Microformats\">\u00b5F<\/abbr> wohl in n\u00e4chster Zeit auch auf diesem Gebiet von dem wesentlich semantischeren RDFa abgel\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Jedem offenen Standard eine Nische<\/h4>\n\n\n\n<p>Bei Medientheoretikern gibt es die <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20081016101818\/http:\/\/viadrina.euv-frankfurt-o.de:80\/~sk\/soemz03\/verdraengung.html\">These<\/a> dass &#8222;<em>bislang noch kein Medium von einem anderen \u00fcberfl\u00fcssig oder verdr\u00e4ngt worden w\u00e4re<\/em>&#8222;, warum sollte das nicht auch f\u00fcr offene Standards gelten \ud83d\ude42<\/p>\n\n\n\n<p>Ich kann mir zwei sinnvolle Anwendungsgebiete f\u00fcr Microformats vorstellen (\u00fcber die ich auch noch etwas detaillierter schreiben m\u00f6chte), in denen es (noch) keine bessere Alternative gibt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/notiz.blog\/wp-content\/uploads\/2008\/05\/searchmonkeylogo147x150.gif\" alt=\"searchmonkeyLogo147x150.gif\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Microformats sind direkt in die Webseite integriert und ben\u00f6tigen keinen Backchannel wie z.B. bei XML-Schnittstellen wie RSS, deshalb bietet es auch eine Ideall\u00f6sung f\u00fcr Semantische Suchmaschinen wie z.B. <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20120118215529\/http:\/\/developer.yahoo.com\/searchmonkey\/\">Yahoo!s Search Monkey<\/a> oder <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20060720075828\/http:\/\/kitchen.technorati.com\/\">Technorati Kitchen<\/a>. Suchmaschinen haben durch <abbr title=\"Microformats\">uF<\/abbr> die einmalige M\u00f6glichkeit, strukturierte Inhalte zu indexieren und auf deren Basis, Systeme wie z.B. Kalender, online Telefonb\u00fccher und Musiksuchen abzubilden. Hier haben Mikroformate durch die Anzahl der schon definierten Formate und deren weite Verbreitung auch einen enormen Vorteil gegen\u00fcber RDFa.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine zweite Niesche beschreibt Sascha Konietzke in seinem Artikel <em><a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20120511213745\/http:\/\/www.funkfeuer.net:80\/2008\/04\/14\/what-are-microformats-and-what-do-they-mean-to-mobile\/\">What Are Microformats and What Do They Mean to Mobile?<\/a><\/em>. Die meisten Handys unterst\u00fctzen mittlerweile normales XHTML und w\u00e4ren somit ein idealer Client f\u00fcr Microformats. Der Hauptfokus neben dem Telefonieren und dem SMS schreiben liegt bei Handys auf dem Adressbuch oder dem Kalender, also genau den zwei weit verbreitetsten Mikroformaten <a href=\"http:\/\/microformats.org\/wiki\/hCard\">hCard<\/a> und <a href=\"http:\/\/microformats.org\/wiki\/hCal\">hCalendar<\/a>. Auch die, urspr\u00fcnglich f\u00fcr Twitter entworfenen, <a href=\"http:\/\/microformats.org\/wiki\/microblogging-nanoformats\">Nanoformats<\/a> w\u00e4ren ein idealer Standard um semantisch zu <abbr title=\"Short Message Service\">SMS<\/abbr>en \ud83d\ude42<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn Microformats keine Ideall\u00f6sungen f\u00fcr DataPortability sind und nicht der Semantic Web Idee entsprechen, gibt es sicherlich genug sinnvolle Anwendungsgebiete.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da ich mich in den letzten Monaten viel mit Themen wie DataPortability oder dem Semantic Web besch\u00e4ftigt habe, kam mir die Frage welche Rolle Microformats in Zukunft einnehmen werden. 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