Schlagwort: OPML

  • Ich habe bei Dave Winer gelesen, dass XSLT aus den Browsern entfernt werden soll.

    Ich habe gerade alle XML Formate die ich in WordPress finden konnte, mit XSLT aufgehübscht und jetzt beschließen Google & Co. ernsthaft den Support einzustellen!?!?

    Aber bevor ich weiter „rante“, hier ein kurzer Einschub was XSLT überhaupt ist: Mit XSLT lassen sich XML-Dateien in andere Formate umwandeln, zum Beispiel HTML. Man verlinkt dazu ein Stylesheet in der XML-Datei und der Browser übernimmt die Umwandlung. So wird aus einem RSS-Feed eine lesbare Webseite. Ohne JavaScript und ohne dass man dafür auf dem Server etwas installieren muss.

    Für den Feed-Reader ändert sich dabei nichts. Der bekommt weiterhin die XML-Datei. Wenn ihr den Feed im Browser öffnet, seht ihr dagegen Beiträge, Links und eine Erklärung wie ihr ihn abonnieren könnt.

    Ich benutze das hier seit einer ganzen Weile. 2020 hab ich meinen RSS-Feed mit XSLT und CSS gestaltet. Später kam die OPML-Ausgabe meines .well-known/feeds Plugins dazu. Und jetzt auch die OPML-Dateien meiner Blogroll.

    Screenshot des RSS-Feeds von notiz.blog im Browser, mit XSLT als lesbare Webseite dargestellt. Oben erklärt ein gelber Bereich mit RSS-Symbol, wie man den Feed abonniert. Darunter stehen das Blog-Logo, die Beschreibung und die neuesten Beiträge als anklickbare Links.

    Bei OPML finde ich das besonders praktisch: Ihr klickt auf den Link und bekommt eine Liste von Blogs durch die ihr stöbern könnt. Die gleiche URL könnt ihr in euren Feed-Reader importieren. Man muss nicht einmal wissen was OPML ist um etwas damit anfangen zu können.

    @ix hat auch gerade nochmal über seine Basteleien geschrieben. Er hübscht seine OPML-Dateien auch mit XSLT auf und inzwischen auch seine RSS-Feeds.

    Die generelle Idee hinter XSLT erinnert mich sehr an den Microformats-Grundsatz:

    Designed for humans first and machines second

    microformats.org

    Bei Microformats ergänzt man das HTML einer Webseite so, dass auch Software etwas damit anfangen kann. Das gleiche HTML für Menschen und Maschinen. Bestehendes sinnvoll erweitern, mit dem arbeiten was schon da ist.

    XSLT macht im Prinzip das Gleiche, nur aus der anderen Richtung:

    Designed for machines first and humans second

    Die XML-Dateien bleiben für Maschinen lesbar. Mit einem Stylesheet können aber auch Menschen etwas damit anfangen.

    RSS und OPML sind ein wesentlicher Bestandteil des Open Webs. Wir verlinken sie an so vielen Stellen, weil wir wollen dass Besucher es einfach haben den Blog zu abonnieren oder weil wir ihnen neue Links vorschlagen wollen. Was sie in Zukunft sehen werden ist reines XML. Keine Möglichkeit irgendetwas zu erklären oder auf das Wesentliche aufmerksam zu machen! Nur XML!

    Leider ist das auch keine rein theoretische Diskussion mehr. Stand 5. Oktober 2026:

    • Chrome: XSLT ist bereits deprecated. Die Abschaltung ist für Chrome 158 am 17. November 2026 geplant. Befristete Ausnahmen für registrierte Websites und verwaltete Browser sollen am 17. August 2027 enden. Betroffen sind sowohl die Verknüpfung mit einem XSLT-Stylesheet als auch die JavaScript-API XSLTProcessor. Zeitplan von Chrome
    • Firefox: Mozilla hat die Abschaltung für August 2027 angekündigt. Intent to Unship
    • Safari/WebKit: WebKit unterstützt die Entfernung grundsätzlich, formuliert seine Zustimmung aber vorsichtig. Einen verbindlichen Abschalttermin habe ich in den geprüften Quellen nicht gefunden. WebKits Stellungnahme

    Bei Chromium ist die Entfernung bereits beschlossen. Noch ist XSLT aber nicht aus allen Browsern verschwunden und auch die Änderung am HTML-Standard ist noch offen.

    RSS, Atom und OPML funktionieren natürlich weiter. Entfernt wird die XSLT-Verarbeitung im Browser. Der Reader kann meinen Feed also weiterhin lesen, aber wer auf den Link klickt bekommt die XML-Ansicht.

    Die Begründung der Browserentwickler sind Sicherheitslücken, Wartungsaufwand und geringe Nutzung. Das sind alles nachvollziehbare Argumente. Trotzdem finde ich den Verweis auf JavaScript und moderne Frameworks als Ersatz unbefriedigend. Ich hab eine XML-Datei und ein Stylesheet. Für das was ich damit machen will hat das bisher gereicht!

    Was können wir stattdessen machen?

    • XSLT mit JavaScript nachrüsten. Es gibt einen Polyfill mit WebAssembly, den man direkt in die XML-Datei einbindet. Der Browser führt damit das Stylesheet aus, der Reader bekommt weiterhin XML. Das könnte die bisherige Darstellung unter der gleichen URL erhalten. Allerdings dokumentiert das Projekt Unterschiede zur eingebauten XSLT-Verarbeitung, etwa beim Nachladen weiterer Dateien. Ob es mit meinen Stylesheets und den Readern funktioniert müsste ich ausprobieren.
    • XML mit CSS gestalten. Das bleibt möglich. Die gleiche XML-Datei lässt sich damit im Browser lesbar darstellen, für Reader ändert sich nichts. CSS kann aber nicht alles was XSLT kann: Aus einer URL in einer OPML-Datei wird dadurch noch kein anklickbarer HTML-Link. Für eine einfache Ansicht kann es trotzdem reichen.
    • HTML und XML unter der gleichen URL ausliefern. Mit Content Negotiation könnte der Server anhand des Accept-Headers entscheiden welche Version er zurückgibt. Nur für die HTML-Version würde ich XSLT auf dem Server ausführen, Reader müssten weiterhin das ursprüngliche XML bekommen. Eine zusätzliche öffentliche URL braucht es dafür nicht. Der Haken: Browser und Reader lassen sich über den Header nicht zuverlässig auseinanderhalten. Das müsste ich mit verschiedenen Readern testen. Caches brauchen außerdem Vary: Accept damit sie die Versionen nicht verwechseln.

    Ganz ehrlich? Das ist alles 💩 und keine wirkliche Alternative!

    Gewöhnt euch lieber schon mal wieder an XML!

    6 Kommentare zu Wer sieht schon gerne XML?
  • Eigentlich bin ich ja nur meine Slash-Pages durchgegangen um zu schauen was mir noch „fehlt„…

    Zwei Wochen später hab ich ein fertiges Blogroll-Plugin auf WordPress.org, welches dank @ix auch schon für Kirby portiert und von Rivva gefeatured wurde ♥️

    Und jetzt bin ich aktives und zahlendes Mitglied bei Rivva und beteilige mich am Starter-Packs Projekt!

    Ich bin da wohl aus Versehen in was Großartiges reingerutscht 😉

    Das Plugin selbst stellt eigentlich nur einen Block bereit. Man kann eine Blogroll in jeden Beitrag oder auf jede Seite packen, auch mehrmals, wenn man z.B. Blogs und Podcasts trennen will. Oder man verteilt die Blogrolls auf mehrere Seiten. Jede Blogroll hat dabei ihre eigene OPML.

    Der Blogroll-Block im WordPress Block-Editor. Mehrere Einträge mit Icon, Name und Beschreibung. Bei einem Eintrag ist das Icon-Menü geöffnet, mit „Open Media Library", „Upload", „Reset" und der aktuellen Bild-URL. Unter einem anderen Eintrag stehen der Feed-Link und die XFN-Beziehungen „met" und „friend".

    Beim Hinzufügen reicht die URL. Name, Beschreibung, Icon und Feed holt sich das Plugin selbst, man kann aber alles noch anpassen. Es gibt keine Settings, alle Änderungen nimmt man direkt im Block vor.

    Hier ein kleines Beispiel:

    • felix schwenzel

      hier schreibt felix schwenzel seit 24 jahren ins internet (eigentlich seit 30 jahren).

      Feed
      • contact
      • muse
    • Rivva Blog

      Nachrichten sind ein Fluss. Rivva folgt den Strömungen, spürt Debatten auf und macht sichtbar, welche Artikel Wellen schlagen.

      Feed
      • contact

    Diese Blogroll als OPML-Datei herunterladen oder öffnen.

    Und hier noch die Specs:

    • Jeder Eintrag ist eine h-card.
    • Beziehungen wie friend, met oder muse werden mit XFN ausgezeichnet.
    • Die Liste selbst ist XOXO.
    • Jede Blogroll gibt es als OPML 2.0, einfach ?opml an die URL hängen.
    • Mehrere Blogrolls auf einer Seite werden zu Gruppen, jede mit eigener OPML.
    • Unter /.well-known/recommendations.opml findet man alle Blogrolls des Blogs.
    • Jede Seite mit einer Blogroll verlinkt sie über <link rel="blogroll">, nach Dave Winers Vorschlag.
    • Die Feeds verlinken die Blogrolls über <source:blogroll>.
    • Man kann OPML-Dateien aus dem Feed-Reader importieren.

    Das macht mich fast ein bisschen nostalgisch! Blogrolle, RSS, Microformats, OPML, … Es fühlt sich fast wie 2005 an! Web 2.0 und die Blogosphäre 🥹

    Ich bin gespannt was Frank da zaubert!

    Eine Blogroll ist ein öffentliches Follow.

    Eine Blogroll-Sammlung ist ein soziales Netzwerk.

    Und ein Blogroll-Netz ist ein Rabbit Hole.

    Die Flut hebt alle Boote

    Das Plugin gibt es auf WordPress.org und GitHub. Ich freue mich über Feedback, Ideen und Pull Requests!

    (Das Plugin hieß ursprünglich übrigens „Blockroll“. Ein schlechtes Wortspiel: ein Gutenberg-Block, der eine Blogroll ausgibt. Nachdem in der Rivva-Community die Frage aufkam, was das Ganze mit Blocken zu tun hat, heißt es auf WordPress.org jetzt „Blogroll & Podroll Block“. Den Slug blockroll hab ich aber behalten, das Wortspiel konnte ich mir nicht verkneifen 😉)

    ((@simon bastelt außerdem schon an einem Logo für das Plugin (bzw. er lässt basteln)… mehr dazu bald))

    25 Kommentare zu Blogrolle
  • NewsGator Online, die online Version von den klassischen Feed-Readern FeedDemon und NetNewsWire, unterstützt jetzt auch APML.

    NewsGator Online.jpg

    Der APML-Feed beinhaltet alle RSS-Feeds mit einer Wertigkeit, wahrscheinlich nach dem selben Prinzip errechnet wie der Feed Report bei NetNewsWire oder FeedDemon.

    Feed Report_ Attention.jpg

    Der Online-APML-Feed ist also, wie auch der APML export bei FeedDemon nichts weiteres als ein OPML-Feed mit Attention Profile.

    Leider ist NewsGator Online nur APML-Provider und bietet mir keine Möglichkeit, z.B. neue Feeds anhand meines Attention Profiling zu finden.

    (via)

    APML als Filter für meinen Feed-Reader

    Ich höre immer häufiger von Leuten, die ihren RSS-Reader ausmisten, da einfach viel zu viele Informationen auflaufen, die in keiner annehmbaren Zeit „abgearbeitet“ werden können. Natürlich hat man mittlerweile einen Mechanismus entwickelt, mit dem man recht schnell zwischen wichtigen von unwichtigen Artikeln unterscheiden kann, aber warum sollte man diesen Vorgang nicht automatisieren?

    Warum nicht einfach eines meiner Attention Profiles (z.B. der APML-Feed meines Weblogs) dazu verwenden, die Inhalte meiner abonnierten Feeds zu bewerten und dementsprechend zu filtern/sortieren. Das würde mir ne Menge Zeit ersparen und ich müsste auf keinen meiner Feeds verzichten.

    …aber sicherlich arbeiten Google und NewsGator schon an genau diesem APML Filter für GoogleReader bzw. NewsGator Online 🙂

    Keine Kommentare zu NewsGator Online unterstützt APML
  • Nachdem newsgator, die Firma hinter NetNewsWire (NNW) und FeedDemon, am Mittwoch bekannt gab dass die neuen Versionen ihrer RSS Reader ab sofort kostenlos erhältlich seien…

    NewsGator Releases New Versions of Client Products; Best-of-Breed RSS Readers Now Free. #

    …habe ich mir mal den neuen FeedDemon angeschaut und entdeckt, dass er ab der Verion 2.6 schon APML unterstützt.

    feeddemon apml

    Wie schon im Oktober angekündigt unterstützt diese Version zuerst einmal den Export der Feeds in APML (ähnlich wie beim OPML export):

    The first step will be APML export, which is already underway. Once we’ve worked out a few details, we’ll also support APML import.

    Die APML Sources sehen beispielsweise so aus:

    APML: <Source key="http://feeds.feedburner.com/notsorelevant" from="Not So Relevant" updated="2008-01-11T00:00:28" value="0,00" type="application/rss+xml" path="Web 2.0"/>

    Es handelt bei dem Feed-APML also um eine Art OPML-File mir Bewertung.

    OPML: <outline text="Not So Relevant" title="Not So Relevant" type="rss" xmlUrl="http://feeds.feedburner.com/notsorelevant" htmlUrl="http://www.notsorelevant.com" description="another look on music and the web"/>

    Wer genau wissen will wie sich der value Wert errechnet, kann ja mal den „How Does FeedDemon Calculate Attention?“ – Artikel bei Nick Bradbury lesen. Mal gespannt wie die APML-Importfunktion aussehen wird und wann die anderen Feed Reader von newsgator nachziehen werden.

    2 Kommentare zu FeedDemon unterstützt APML
  • Update: The newest Version of „APML for WordPress“ can be found here: https://notiz.blog/projects/apml-for-wordpress/.

    I wrote a small APML Plugin/Extension for WordPress, as I mentioned some posts before. The Script creates an APML feed using the WordPress Categories and Tags.

    Tag Cloud

    If you want a preview of the Plugin, visit my APML file: https://notiz.blog/apml

    How to install it (it only works for WordPress 2.3.x):

    • download the file
    • place it in the root of your WordPress installation

    If you have any suggestions, please leave me a note.

    Download: APML for WordPress 1.0 for WordPress 2.3.x

    7 Kommentare zu APML Support for WordPress
  • APML Logo

    Bei Sebastian Küpers habe ich das erste Mal etwas über APML gelesen, mich aber nicht weiter damit beschäftigt… Jetzt bin ich letzte Woche über dataportability.org nochmal auf das Thema gestoßen und hab mir das ganze mal etwas näher angesehen.

    APML steht für Attention Profiling Mark-up Language und bietet ein Format, Attention Daten darzustellen und portabel zu machen.

    APML allows users to share their own personal Attention Profile in much the same way that OPML allows the exchange of reading lists between News Readers.

    Die Idee hinter APML ist, einen Offenen Standard zu schaffen, der es Benutzern erlaubt Attention Daten zu erstellen und diese Systemunabhängig zu nutzen. Mit APML wäre es z.B. möglich seine Interessen von einer Community in eine andere mit zu nehmen um schon gleich nach der Anmeldung, den eigenen Interessen entsprechende Inhalte angezeigt zu bekommen.

    Eine Attention sieht folgendermaßen aus:
    <Concept key="Microformats" value="1" from="notiz.blog" updated="2007-11-23T08:39:04"/>

    Beschreibung:

    • key bezeichnet die Attention, also das Interesse das ich habe.
    • value gibt an wie groß das Interesse ist.

    Der Wert value muss zwischen 1 (sehr interessant) und -1 (nicht interessant) liegen.

    … und da ich das Ganze natürlich auch immer ausprobieren muss, habe ich ein kleines Script geschrieben welches die WordPress Tags und Categories im APML Format ausgibt.

    Link: https://notiz.blog/wp-apml.php

    Wenn ihr noch Anregungen habt lasst sie mich bitte wissen, wenn nicht biete ich das Script demnächst mal zum Download an.

    7 Kommentare zu APML – Attention Profiling Mark-up Language
  • dataportability

    Standardized Data Portability is the next great frontier for the web. As users, our identity, photos, videos and other forms of personal data should be discoverable by, and shared between our chosen tools or vendors. We need a DHCP for Identity. A distributed File System for data. This page will list the standards and contributors who are making it happen.

    Mal gespannt was aus dataportability.org wird, hört sich auf alle Fälle schon mal sehr spannend an. Vielleicht findet ja endlich jemand die Musterlösung für Social Network Portability.
    Wer interessiert ist, kann schon mal den Feed abonnieren.

    2 Kommentare zu dataportability.org
  • opml-icon-128x128.png

    Wie beim RSS Icon (feed-icon-14x14.png) versucht man sich jetzt auch bei dem OPML Icon auf einen Standard zu einigen.

    Der Aufruf ein solches Icon zu entwickeln kam von Dave Winer auf OPML.org.

    Einer der Vorschläge ist auf der Seite des OPML Icon Project zu finden (inspiriert von Feed Icons), ich bin mal gespannt ob es sich letztendlich auch durchsetzt, es passt auf alle fälle gut zum Feed-Icon 😉

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