Monat: März 2024

  • Enable Mastodon Apps

    Ich war am Wochenende auf dem CloudFest Hackathon und hatte zum zweiten Mal die Change ein Projekt zu betreuen. Die Idee zu „Enable Mastodon Apps“ stammt von @alex und ich freue mich sehr, dass er mir sein „Baby“ für den Hackathon anvertraut hat!

    Hier ist unser Pitch:

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    Ich bin begeistert von der Idee!

    Das Nachbauen der Mastodon-API stellt eine relativ einfache Lösung für das aktuelle ‚App-Problem‘ von WordPress dar. Die gängigen Apps zielen darauf ab, den Nutzern das traditionelle Bloggen zu ermöglichen. Allerdings haben soziale Medien im Allgemeinen und Twitter im Speziellen, die Art und Weise wie wir im Internet kommunizieren, maßgeblich verändert. Es geht nicht mehr um lange Artikel, sondern um kurze Nachrichten ohne Titel mit dem Fokus auf Bilder oder Videos.

    Ein weiterer Nebeneffekt sind die sozialen Interaktionen wie Kommentieren (die WordPress über die letzten Jahre spärlich vernachlässigt hat), Liken, Boosten und Bookmarken (die WordPress nativ gar nicht unterstützt), welche die Mastodon Apps von Haus aus schon mit bringen.

    „Enable Mastodon Apps“ stellt aber nur die Endpunkte für diese Interaktionen bereit, um sie nutzen zu können, braucht es weitere Plugins, wie z.B. Friends und/oder ActivityPub. Mehr dazu hier: Friends with ActivityPub – Deine nachhaltige Identität im Web.

    Das Projekt hat mich sehr an die frühen Twitter-Jahre erinnert. Die Twitter-API galt lange als der de-facto Standard für Micro-blogging und Automattic/@photomatt hat damals schon die Vorteile für sich erkannt und die API für WordPress.com nach gebaut:

    Of course one of the coolest things about Twitter right now is the client applications, particularly the mobile/iPhone ones. I use Tweetie 2 on my iPhone every day. Wouldn’t it be cool if you could get all your blog subscriptions and post to your WordPress.com blog from apps like Tweetie? Well here’s an early Christmas present…

    We’ve enabled posting to and reading of WordPress.com blogs via the Twitter API. Any app that allows you to set a custom API URL will work.

    Post and Read via Twitter API

    Hackathon

    Wir waren zwar nur 4 Personen, aber ich sag nur „Qualität statt Quantität“!

    Vielen Dank @Drivingralle, @matze und @obenland, es war super produktiv und hat großen Spaß gemacht 🙂

    Von links nach rechts: Ralf Wiechers, ich, Matthias Kittsteiner und Konstantin Obenland

    Was wir erreicht haben:

    • Die meisten Mastodon-API-Endpunkte wurden implementiert.
    • „Hooks“ und „Actions“ für den internen Gebrauch.
    • Dokumentation aller Hooks.
    • Grundlegende Beispielimplementierungen in ActivityPub und im Friends Plugin.
    • Testen von zusätzlichen Clients.

    Und hier ein paar Statistiken von den zweieinhalb Tagen:

    • 3 new contributors to the plugin
    • 4,101 lines added
    • 911 lines removed
    • 213 commits
    • 34 files changed
    • 25 PRs merged
    • 7 PRs almost merged
    • 0 Social Media posts

    Und hier der Pull Request in seiner ganzen Pracht: Collection of changes from the CloudFest Hackathon

    Vielen Dank auch an @bart@moth.social und das Team von Mammoth, die uns im Vorfeld unterstützt haben. Mammoth funktioniert jetzt wunderbar mit WordPress und Alex und ich hatten einen Einblick in die App-Entwicklung und deren Eigenheiten 🙂

    Hier ein paar Bilder:

    12 Kommentare zu Enable Mastodon Apps
  • Künstliche Demenz

    Ich bin schon vor Monaten über einen Artikel auf heise gestolpert, der das potentielle Phänomen der „Demenz bei Künstlicher Intelligenz“ beschreibt.

    Die nächste Generation von KI-Anwendungen werde unweigerlich auch an Datensätzen im Netz trainiert, die nicht von Menschen, sondern von früheren KI-Anwendungen erstellt wurden.

    Künftige KI-Modelle potenziell von Demenz bedroht

    Das ist vor allem deshalb spannend, weil es genau die zwei Anwendungsfälle von KI betrifft, die auch mich, in meiner Arbeit oder als Betreiber eines Blogs, begleiten:

    1. Das automatische Generieren von Inhalten
    2. Die automatische Verarbeitung und Interpretation von Inhalten

    Konkret handelt es sich um Plugins/Dienste, die beim Erstellen von Texten helfen oder sogar komplett automatisiert Texte verfassen, um AI-generierte Bilder oder der Kombination aus beidem. Auf der anderen Seite stehen Dienste wie Google et al., die versuchen, Antworten auf Suchanfragen direkt aus den Suchergebnissen zu extrahieren, um dem Suchenden den Klick auf den entsprechenden Link zu „ersparen“.

    Auch wenn ich das generelle Potential von KI durchaus sehe, sind das zwei Bereiche in denen mich deren Anwendung eher nervt!

    Ich bin ein „Kind“ der Generation Web 2.0, ich schreibe meine Gedanken ins Web um mich mitzuteilen und mit anderen über meine Ideen und Einschätzungen zu diskutieren und (konstruktiv) zu streiten. Wenn ich was zu schreiben habe, schreibe ich etwas, wenn nicht, nicht.

    Leider gibt es aber auch Menschen, die berufsbedingt schreiben müssen, ohne dabei die Freiheit zu haben, dies lediglich nach Lust, Zeit oder Inspiration zu tun. Dieser Druck verstärkt die Verlockung, auf KI-Unterstützung zurückzugreifen natürlich wesentlich.

    Ein „wunderbares“ Beispiel hierfür ist die WordPress Community auf LinkedIN. Ein stetiger Stream an ähnlichen und meist inhaltslosen Posts mit einem überzeichneten, grellen, bunten Bild im Comic Stil, in dessen Mitte ein verunstaltetes WordPress Logo prangt!

    Mein RSS-Reader ist zum Glück noch frei von solchen Inhalten, aber die Anzahl der KI generierten Bilder steigt auch hier auffällig konstant.

    @Krisuuu schreibt in seinem Blog:

    Das persönliche Bloggen hat eine lange und reiche Geschichte. Es ermöglicht Menschen, ihre Gedanken, Erfahrungen und Leidenschaften in einer einzigartigen Stimme zum Ausdruck zu bringen. Doch mit dem Aufkommen von KI-Technologien, die in der Lage sind, menschenähnliche Texte zu generieren, könnte das persönliche Bloggen bedroht sein. Die Versuchung, diese Aufgabe an Algorithmen abzugeben, ist real – aber sie könnte auch den Verlust von etwas Unersetzlichem bedeuten.

    Der Kampf um Authentizität: Warum persönliches Bloggen unersetzbar bleibt

    Per definition hat das nichts mehr mit „bloggen“ zu tun1, aber das ist Wortklauberei und das Problem ist wirklich real!

    So real, dass Google aktuell schon damit zu kämpfen hat:

    In the continual cat-and-mouse game of Google Search versus search engine optimization (SEO) firms, Google seems to be losing lately. Search feels less useful with every passing day as the ChatGPT era has unleashed a tsunami of AI junk that quickly fills up search results. Google played a big part in creating all this with its invention of transformers, and now it’s finally doing something about it. A new blog post details efforts to reduce „spammy, low-quality content on Search.“

    Google now wants to limit the AI-powered search spam it helped create

    Das ging schneller als ich dachte!

    Auf Social Media hab ich ein sehr schönes Kommentar zu der Misere gelesen. Leider finde ich es nicht mehr und muss deshalb improvisieren. Hier eine sinngemäße Zusammenfassung: „Ein Ziel der industriellen Revolution war, unliebsame und stupide Prozesse zu optimieren um dadurch mehr Zeit für Kunst und Kultur zu schaffen. Und was macht AI, sie automatisiert uns genau diese Freiheit und nimmt uns ausgerechnet das Erstellen von Bildern und Texten ab.“

    Die Aussage ist sicherlich etwas konstruiert, beschreibt aber genau meine Sorge: Optimiert euren Arbeitsalltag mit und durch AI, damit ihr mehr Zeit zum schreiben, bloggen und „malen“ habt, nicht umgekehrt!

    Brave New World!

    1. Ein Blogger steht als wesentlicher Autor über dem Text, schreibt zumeist in der Ich-Perspektive und integriert seine persönliche Meinung. — Wikipedia ↩︎
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