Publish (on your) Own Site, Syndicate Elsewhere kurz POSSE ist ein zentraler Building Block des IndieWeb.

POSSE is an abbreviation for Publish (on your) Own Site, Syndicate Elsewhere, a content publishing model that starts with posting content on your own domain first, then syndicating out copies to 3rd party services with permashortlinks back to the original on your site.

https://indieweb.org/POSSE

Die Idee: Alles (Texte, Bilder, Podcasts, Videos, …) zuerst auf der eigenen Seite veröffentlichen und dann „Kopien“ über die sozielen Netzwerke teilen.

Vor ungefär 6 Jahren schrieb der hackr folgendes über POSSE:

das indieweb differenziert nicht in ‚text‘ der tatsächlich indiewertig ist und text, der im driveby entsteht und jeweils einer ganz konkreten logik entspricht. (das sozial dysfunktionale verhalten wäre, dass syndizierer auf den jeweiligen plattformen eher als spammer / bzw. eben genau als lästige syndizierer wahrgenommen werden, die die jeweilige plattform weder verstehen, noch die spezifität berücksichtigen, noch sich darum kümmern und nur gwm ‚melken‘ wollen)

hackr

Zusammengefasst: Die syndizierten Posts werden durch POSSE aus dem Kontext gerissen und könn(t)en dadurch in den entsprechenden sozialen Netzwerken nicht richtig eingeordnet werden.

Damals habe ich noch stark dagegen argumentiert:

Es geht eben nicht darum ein(en) Text/Bild/Video in so viele Netzwerke wie möglich zu streuen, sondern genau umgekehrt… Man schreibt den Text den man beispielsweise sonst explizit auf Twitter geschrieben hätte eben nicht auf Twitter sondern auf seiner eigenen Seite und pushed ihn danach in das Netzwerk um die Kontrolle über seinen und eine Kopie von seinem Text zu behalten.

ich

Es geht eben nicht um das syndizieren an sich, sondern um das „twittern/facebooken/… über die eigene Seite“.

guter punkt, nur stelle ich gwm. das vorhandensein eines tweets ausserhalb von twitter selbst in frage.

hackr

Durch Zufall hab ich mich vor ein paar Wochen an die Diskussion erinnert…

Es fehlt letztendlich nicht der Kontext auf Twitter & Co. sondern auf der „eigenen“ Webseite. Immer mehr Blogger in meinem direkten Umfeld POSSEen, aber nur die Wenigsten trennen diese Posts von ihren klassischen Artikeln. Das heißt in meinem Feed-Reader tauchen immer mehr zusammenhanglose Kurznachrichten, teilweise direkte Antworten auf tweets oder sogar Issues für GitHub Projekte auf.

Im Prinzip ist es egal, wie man es dreht… durch das syndizieren geht der Kontext verloren und der hackr hatte damals doch recht 😉

Zusammen mit dem „microbloggen über die eigene Webseite“ wird POSSE zu einem echten Problem in meinem Feed-Reader 🙁

17 thoughts on “Eine POSSE!

  1. Ich muss teilweise zustimmen. Nicht alles muss überall hin geschickt werden.
    Ich selbst arbeite noch am “Decluttering“ des eigenen Streams. Dazu ist aber erst einmal ein tieferes Verständnis darüber was da eigentlich passiert nötig.
    Und hier sehe ich wiederum besonders die Plugins für beliebige CMS, wie WordPress, in der Pflicht. Installationen alleine mit Verweis auf ein Wiki genügt da nicht. Die Lernkurve ist hier steil und es ist viel Try and Error im Spiel.
    ActivityPub und RSS sind da noch 2 ganz besondere Optionen, die Joe WebUser ggf nicht einmal auf dem Schirm hat. Das habe ich unlängst gerade auf einer Webseite einer UX Designerin erlebt, die mir blankes Unverständnis über die schlechte Verständlichkeit des Excerpt entgegen brachte, und es auf den Reader schob 😑
    Eine POSSE! by Matthias Pfefferle

    Publish (on your) Own Site, Syndicate Elsewhere kurz POSSE ist ein zentraler Building Block des IndieWeb.
    POSSE is an abbreviation for Publish (on your) Own Site, Syndicate Elsewhere, a content publishing model that starts with posting content on your own domain first, then syndicating out copies to…

    via beko.famkos.net

    • Da sprichst du ein spannendes Thema an, über das wir auch viel in diversen IndieWeb Chats diskutiert haben:

      Und hier sehe ich wiederum besonders die Plugins für beliebige CMS, wie WordPress, in der Pflicht. Installationen alleine mit Verweis auf ein Wiki genügt da nicht. Die Lernkurve ist hier steil und es ist viel Try and Error im Spiel.

      Du hast vollkommen recht, dass die Plugins leider alle noch sehr „nerdy“ sind und viel Fachwissen voraussetzen, aber viele Entwickler (darunter auch ich) haben mit den folgenden IndieWeb Grundsätzen angefangen zu entwickeln:

      • Make what you need. Make tools, templates, etc. for yourself first, not for all of your friends or ”everyone“.
      • Use what you make! Whatever you build you should actively use.

      Leider ist meine (Frei-)Zeit auch nur begrenzt und in dieser Zeit liegt mein Fokus auf den Core-Features und ich konzentriere mich darauf dass die Plugins überhaupt funktionieren.

      Leider gibt es noch immer wenig Support für/von UX/UI und auch die Finanzierung solcher Projekte sind schwierig. Ich glaube nicht, dass das IndieWeb ohne die Finanzierung verschiedener Projekte, aus Generation 2 (https://indieweb.org/generations) heraus kommt. Gerade im WordPress Umfeld sind das Hobby-Plugins von +/-3 Personen, die mal mehr, mal weniger Zeit investieren (können).

      Aber das ist nur ein Punkt… Die Feeds von denen ich spreche sind hauptsächlich von aktiven IndieWeb Mitgliedern… Das heißt, vielleicht wird es auch (noch) nicht als „Problem“ angesehen.

      • Fair enough. Meine Überlegungen gingen nun auch eher Richtung HowTos bzw. Anleitungen, die eben auch von Joe verstanden werden können. Der aktuelle “Werdegang” ist ziemlich viel trockenes, verteiltes und teilweise hochgradig veraltetes Zeug aus dem IndieWeb Wiki zu ziehen und dann zu verstehen welches Plugin wofür zuständig ist und wie es sich am Ende auswirkt. In anderen Worten: Wo ist die Zeichnung 😆
        Ich habe tiefen Respekt vor der Arbeit von euch +/-3 Personen. Das ist schon bemerkenswert, was ihr da alles geschrieben habt.
        (Und ich bin schon sehr gespannt, ob dieses Reply nun richtig threaded. Wo wir wieder beim Try and Error wären 🖖

        via beko.famkos.net

  2. Ich versuche mich hier mal an einer Antwort via Webmention. Hoffentlich geht es gut 🙂
    Zum Thema: Ich bin ja gerade selbst dabei (diesmal wirklich), meine Webseite so hinzubiegen, wie ich sie auch haben und nutzen will. Da ist mir jetzt schon klar, dass wenn jemand einen RSS-Feed, der alle Beiträge ausgibt, nutzen möchte, echt Probleme bekommen wird. Mein Plan ist, dass alles, was kein “klassischer Artikel” ist, in einer extra Kategorie “Activity” oder “Aktivität” (Ja, meine Seite soll zu allem Überfluss auch noch zweisprachig sein) abgelegt werden. Final sollen darüber dann alle Beiträge mit den entsprechenden Kategorien aus dem Feed ausgeschlossen werden.
    Ich bin der Meinung, jeder der heutzutage am Indieweb teilnimmt, technisch die Möglichkeiten hat, sowas auf die Beine zu stellen. Und von der Ethik her finde ich, dass das entsprechend auch jeder tun sollte.

    via christian.hockenberger.us

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