2018 war ein durchwachsenes Jahr!

Mein privates „Ich“ hat letztes Jahr sehr viel Raum eingenommen und auch beruflich hat sich viel verändert.

Das heißt ich hatte generell wenig Zeit für mein online „Ich“ und wenn ich doch etwas Zeit hatte, war das Ergebnis meistens eher frustrierend.

Pfefferles OpenWeb

Bilder von "Pfefferles OpenWeb" Artikeln

Ich habe für das SCREENGUIDE/Webstandards-Magazin in den letzten 10 Jahren 36 mal „Pfefferles OpenWeb“, 3 Artikel, 1 Titelthema und 1 Interview geschrieben! Letztes Jahr musste der Verlag das Magazin aus „wirtschaftlichen Gründen“ leider einstellen und ich hab es nicht einmal geschafft darüber zu schreiben!

notiz.Blog

Ich hab es nicht mal geschafft die gewonnene freie Zeit mit bloggen zu verbringen! Wenn ich dieses Jahr so weiter mache, muss ich mir meinen selbstvergebenen Titel als „Chronist des OpenWebs“ wieder selbst aberkennen!

IndieWeb

Das IndieWeb wächst und das ist prinzipiell auch gut so. Neben den ganzen Nerds und Geeks interessieren sich auch immer mehr Blogger und Journalisten für das Thema. In der Community spricht man von der 2. Generation.

Auch das Interesse an WordPress wächst. Das ist nicht verwunderlich, immerhin geht es um die Berufsgruppe der Schreibenden und deren Seiten werden, mit einer Wahrscheinlichkeit von 30%, mit WordPress betrieben.

Dieses Interesse beißt sich aber leider mit meinen Möglichkeiten. Von Anfang an verfolge ich folgende Grundsätze des IndieWebs:

Scratch Your Own Itches. Make tools, templates, etc. for yourself first, not for all of your friends or ”everyone“.

und:

Use what you make! Whatever you build you should actively use. If you aren’t depending on it, why should anybody else?

Ich baue (mittlerweile) ausschließlich Plugins die ich für sinnvoll erachte und ich baue sie so, dass sie für mich funktionieren. Das mag erstmal egoistisch klingen, es ist für mich aber die einzige Möglichkeit dieses „Hobby“ überhaupt zu betreiben.

Ich verstehe, dass Anwender teilweise überfordert sind, meine Plugins zu benutzen, kann sie aber nicht in dem Umfang optimieren, der nötig wäre. Ideal ist wahrscheinlich ein großes IndieWeb Plugin, welches alle Features bereit stellt und, am besten ohne viel Einstellungen, einfach funktioniert. Aktuell nutze ich 50% aller, vom IndieWeb vorgeschlagenen WordPress Plugins, eine allumfassende Plugin Suite würde dann also nicht mehr meinen Anforderungen entsprechen.

Ich habe aktuell keine Ahnung wie ich aus diesem Dilemma heraus kommen soll. Es gibt Plugins die will ich nicht aus der Hand geben und Plugins die ich an die Community übergeben habe, werden aus Mangel an Entwicklern nicht weiter gepflegt. Aktuell arbeiten maximal 3 Personen (mich inbegriffen) an über 10 unterschiedlichen Plugins.

…und wenn das noch nicht genug wäre, kommt das „Microformats Problem“ noch on top.

Microformats

Microformats2 und WordPress scheinen nicht kompatibel zu sein und das ist schade, immerhin sind Microformats DER Building-Block des IndieWebs. Mehr noch: Microformats sind die API des IndieWebs!

Ich habe in den letzten Jahren viel ausprobiert um das Problem zu lösen, aber es gibt keine generische Möglichkeit, ein WordPress Theme mit Microformats2 auszustatten.

Benutzt man ein Plugin, um über Hooks einige zentrale Elemente (wie z.B. den Titel) Semantisch auszuzeichnen, bekommt man nette Effekte, mit Themes die ihre Ausgabe „escapen“:

After activating the last version (1.1.0) of your plugin on WordPress 4.9.8 with understrap theme my meta entry become : Posted on September 12, 2018 by <span class='p-author h-card'>Author</span> instead of : Posted on September 12, 2018 by Author for fun I look into the code and I think the error is here but since I’m totally not a PHP developer I’ll pass on the potential PR

Versucht man es mit einer Art Microformats Feed, bekommt man Probleme, alle Meta-Daten zu integrieren. Schlimmer noch, man arbeitet gegen einen Grundsatz der Microformats:

Design for humans first, machines second

Zusammengefasst: Microformats gehören ins Theme, es gibt aber keine generische Lösung. Eine generische API ist möglich, widerspricht aber der Microformats-Idee.

Aktuell gibt es drei WordPress Themes die Microformats2 voll unterstützen und um sein Blog wirklich IndieWeb tauglich zu machen, muss man eines dieser drei Themes benutzen oder selber HTML bzw. ein Theme schreiben.

Das ist frustrierend! Außerdem liefen die Diskussionen (meines Erachtens) etwas aus dem Ruder, weshalb ich mich letztes Jahr entschieden habe, mich aus dem Microformats-Thema komplett heraus zu nehmen.

OStatus

OStatus ist das zentrale Protokoll, über das identi.ca, status.net, gnu.social und friendi.ca sprechen. Es ist arsch-alt, funktioniert aber immer noch prächtig!

Ich hab mich wie bolle gefreut als OStatus mit Mastodon wieder frischen Wind bekam, hab mein altes OStatus Plugin ein wenig aufpoliert und wollte gerade freudig darüber berichten, als Eugen Rochko, der Macher hinter Mastodon, einen meiner Bugs, mit folgenden Worten schloss:

Closing on the grounds that OStatus is no longer our primary mechanism and will be deprecated in the future.

Mein vorbereiteter Blogpost hatte den Titel „My Blog is my Social-Network“ und der erste Abschnitt lautete:

Ich habe in den letzte Woche an einem Update für ein WordPress Plugin gearbeitet, das ich seit 6 Jahren nicht angerührt habe… Nicht dass das Plugin an sich nicht mehr funktioniert hätte, aber PHP und WordPress haben sich weiter entwickelt.

Schade!

ActivityPub

Aber dann kam ActivityPub! ActivityPub ist der heiße Shit im Fediverse. So zu sagen OStatus in neu und besser! Was AtomPub für Atom ist, ist ActivityPub für ActivityStreams… und noch ein bisschen mehr.

Ein Schaubild des ActivitPub flows

ActivityPub ist außerdem der erste, vom W3C veröffentlicht, „Standard“ (abhängig davon wie man „Standard“ definiert), der versucht ein dezentrales, soziales Netzwerke zu definieren.

Naiv wie ich bin, dachte ich, ich geb‘ dem Ganzen eine Chance. Die Spezifikation ist relativ simpel und ein „Standard“ ist „wohl definiert“, das heißt es gibt nur einen Weg um ihn zu implementieren!

Das Ergebnis (Trommelwirbel): ein ActivityPub Plugin für WordPress!

War es so einfach wie ich gedacht habe? Natürlich nicht! Es hat natürlich doch wieder jede Plattform seine extra Wurst, aber im Gegensatz zu Microformats2, basiert ActivityPub auf einer „echten“ API und lässt sich somit relativ leicht in WordPress integrieren.

ActivityPub und das Plugin waren definitiv das Highlight des Jahres, immerhin ist WordPress jetzt offiziell ein Teil des Fediverse:

und laut dem „2018 Report“ von fediverse.network sogar auf Platz 8 von 13.

Fazit

Die Arbeit an ActivityPub hat eigentlich Spaß gemacht und ich werde mich wahrscheinlich auch 2019 hauptsächlich mit ActivityPub beschäftigen!

2018 war nicht so dolle, 2019 kann nur besser werden!

Homebrew Website Club Banner

Wir starten am 23.01. um 18:30 Uhr einen Karlsruher Homebrew Website Club im Café NUN.

Was ist ein Homebrew Website Club?

Homebrew Website Club is a bi-weekly meetup of people passionate about or interested in creating, improving, building, designing their own website, in the same structure as the classic Homebrew Computer Club meetings.

https://indieweb.org/Homebrew_Website_Club

Wir versuchen den HWC eher ungezwungen und frei zu gestalten und wollen den ersten Termin dazu nutzen, uns kennen zu lernen und den weiteren Ablauf zu besprechen.

Vielen Dank an Daniel für das Organisieren der Lokation und vielen Dank dem Café NUN für das Bereitstellen der Lokation 🙂

Wer sonst noch Lust hat, einfach vorbei kommen!

David Shanske und Chris Aldrich hosten seit ein paar Monaten einen ganz charmanten IndieWeb Podcast. David hat bei so ziemlich jedem IndieWeb-WordPress-Plugin mit gearbeitet und übernimmt die Rolle des „Erklärers“ und Chris ist Poweruser und versucht den Podcast zu moderieren und die Komplexität etwas heraus zu nehmen.

Bisher entstanden 5 Folgen und ein Teaser:

Ich muss zugeben, ich hätte ja schon auch mal wieder Lust zu podcasten

Irgendwann letzte oder vorletzte Woche ist die Überschrift "OpenID Connect Federation 1.0 – draft XX" in meinem Feed-Reeder aufgetaucht und auf Buzz-Words wie Federation o. Ä. springe ich natürlich immer noch sofort auf!

Spezifikationen lesen, macht ja generell nicht viel Spaß, aber bei der OpenID Connect Federation 1.0 kam ich nicht mal bis zur Hälfte. Bevor man wirklich versteht was das Protokoll eigentlich macht (für mich hört es sich ähnlich an wie OpenID Connect Dynamic Client Registration), geht es um Metadaten, JSON Web Signature (JWS), JSON Web Tokens (JWT) und JSON Web Keys (JWK).

Eigentlich dachte ich, dass OpenID Connect durch OAuth 2 super simpel sein soll… Immerhin basiert ja OAuth 2 auf SSL/TLS und nicht wie OAuth 1 auf komplizierte Signaturen.

The majority of failed OAuth 1.0 implementation attempts are caused by the complexity of the cryptographic requirements of the specification. The fact that the original specification was poorly written didn’t help, but even with the newly published RFC 5849, OAuth 1.0 is still not trivial to use on the client side. The convenient and ease offered by simply using passwords is sorely missing in OAuth.

Eran Hammer

Die OpenID Foundation scheint ihre Meinung geändert zu haben… SSL scheint wohl doch nicht auszureichen.

Another problem that has been raised is the dependency on TLS as the sole protection against attacks on the transferred information. These last couple of years a number of problems with OpenSSL, which is probably the most widely used TLS library, have been discovered that put reasonable doubt into this dependency.

OpenID Connect Dynamic Client Registration

Schade, schade…

Wer eine wirkliche Alternative zu OpenID Connect sucht, der soll sich mal IndieAuth anschauen. IndieAuth kommt der ursprünglichen Idee von OpenID Connect sehr nahe und ist relativ einfach zu verstehen und auch zu implementieren!

Zu Zeiten von Pingbacks, antwortete man noch mit Blog-Posts auf Blog-Posts, aber es fehlte die Technik um sie richtig zu übermitteln und darzustellen:

[…] und Wertvorstellungen entspricht und nicht von der Mehrheit meiner Freunde abhängig sein.» Dezentrale Walled Gardens Hier erscheinen von Montag bis Freitag ausgewählte Links zu lesenswerten Texten und aktuellen […]

Mit Webmentions und Microformats2 hat sich zwar die Darstellung verbessert, aber die Texte… naja… haben sich "verändert":

#100DoPP d84:
Both #AS2 & #Micropub are @W3C PRs!
Congrats @SocialWebWG @jasnell @evanpro @aaronpk!
https://www.w3.org/TR/micropub
https://www.w3.org/TR/activitystreams-core/
https://www.w3.org/TR/activitystreams-vocabulary

tantek.com/t4np2

Twitter sei Dank!

…da hätte man sich die Arbeit auch sparen können 😉

Ich durfte auf dem WordCamp Frankfurt etwas zum Thema IndieWordPress erzählen und seit ein paar Wochen kann man sich den Vortrag auch auf WordPress.tv anschauen. Der Ton ist am Anfang etwas schlecht, wird aber nach ca. 5 min besser! Für die Text-Bevorzuger… Im Vortrag geht es um folgendes:

Soziale Netzwerke haben meistens nur eine begrenzte Lebenszeit. Posterous wurde von Twitter gekauft und eingestellt, Google Buzz durch Google Plus ersetzt und MySpace hat seine Blogging-Plattform geschlossen. Alleine mit Geocities wurden 2009 knapp 23 Millionen Seiten unwiderruflich vom Netz genommen. Jeder dieser Schritte ist mit einem Datenverlust verbunden. Die IndieWeb Bewegung versucht diesem Trend entgegen zu wirken. Inhalte werden nur noch auf der eigenen Seite veröffentlicht und erst dann über die Socialen Netzwerke geteilt. Aber nicht nur Artikel, sondern auch Bilder, Videos und Kommentare. WordPress bietet ideale Voraussetzungen um sich unabhängig von den sozialen Medien zu machen und dennoch dessen Vorteile und Reichweite zu nutzen. Welche Möglichkeiten gibt es aktuell, um Inhalte automatisch zu teilen oder Reaktionen im Netz einzusammeln und wie lässt sich mit WordPress eine Art dezentrales Social Network bauen.

Nicole Lücking (photostroller) hat außerdem ganz tolle Scribbles zu dem Vortrag gemacht:

…oder: Warum jeder bloggen sollte!

Die Domain notizblog.org hab ich zwar schon seit dem 30.05.2005 aber meinen ersten (legendären) Blogpost schrieb ich exakt vor 10 Jahren!

Ich habe in den ersten Jahren zwar auch viel Blödsinn produziert, aber letztendlich bin ich ganz zufrieden und habe meinem Blog sogar eine ganze Menge zu verdanken!

Die Idee zu bloggen kam während meines Studiums. Zum Einen weil es hipp/Web2.0 war und zum Anderen um mich etwas mehr in die Materie bzw. in neue Web-Technologien einzuarbeiten. Alleine die Tatsache dass es ein „Fremder“ lesen könnte, sollte Motivation genug sein, nicht über Dinge zu schreiben, die ich nicht bis ins kleinste Detail verstanden habe. Das hat auch eigentlich ganz gut geklappt, spätestens als ich die Microformats für mich entdeckt habe.

Microformats und das OpenWeb

mf-white

Microformats waren damals noch der „heiße Scheiß“ und ich kam schnell in Kontakt mit Sebastian Küppers (Organisator des ersten Barcamps in Deutschland) und Dennis Blöte (einer der zwei Gründer von Wevent und Entwickler von iOctocat) und das notizBlog wurde in das Kollektivblog „microformate.org“ aufgenommen.

Microformats sind zwar bis heute eher Nischen-Formate und sprechen nur einen kleinen Entwicklerkreis an. Ich hab mich damals aber riesig gefreut, dass es zumindest einen kleinen Kreis an interessierten gab, die meine Blogposts jetzt regelmäßig lasen und ich darüber hinaus ein paar wirklich interessante Kontakte knüpfen konnte. Seit damals sind außerdem knapp 220 Artikel über Microformats entstanden, also knapp ein Drittel aller bisher veröffentlichten Artikel.

Über das Microformats Wiki bin ich außerdem auf andere offenen Standards wie OpenID oder OAuth aufmerksam geworden und hab mich auch immer mehr mit DataPortability und dem OpenWeb beschäftigt.

YIID

Mein wachsendes Interesse an DataPortability in Kombination mit dem Social Web, hat dann auch zu meiner ersten leitenden Position (CTO) bei YIID geführt, bei der ich mich damals vollkommen austoben durfte:

Nach drei Wochen harter Arbeit und nach einem sehr langen gestrigen Tag ist Communipedia nun vollständig in YIID integriert worden. Da nicht alle Änderungen auf den ersten Blick zu sehen sind, gibt es für die Geeks unter euch vorab mal eine komplette Liste der bisher unterstützten offenen Standards:

  • OpenID (Server- & Client-Seitig)
  • OAuth (Server- & Client-Seitig)
  • PortableContacts/OpenSocial (Server- & Client-Seitig)
  • Microformats
    • hCard
    • hCalendar
    • hReview
    • hListing
    • hProduct
    • hAudio
    • hMedia
    • XFN
    • (Webslices)
  • RDF
    • FoaF
  • Pavatar
  • MicroID
  • XRDS/XRDS-Simple
  • OPML
  • Open Search
  • APML
  • RSS

Da YIID aber für jedermann gedacht ist, folgen im laufe der nächsten Wochen einige Anwendungsbeispiele und Screencasts wie man sich mit YIID den Web-Alltag schon jetzt erleichtern kann.

Daneben erlangte YIID ein klein bisschen Weltruhm durch einen Artikel bei Mashable und auch Netzwertig und t3n berichteten regelmäßig über „Your Internet ID“. Aber auch offene Gruppen wie die OpenID Foundation wurden auf YIID aufmerksam.

YIID on OpenID.net

Außerdem hatte ich durch das Projekt die Möglichkeit mich aktiv an der Diskussion zu neuen Formaten wie z.B. OExchange und ActivityStrea.ms zu beteiligen.

YIID auf OExchange.org

Da ich relativ früh meinen Beruf zum Hobby machen konnte, hatte ich noch mehr Stoff zum bloggen und auch noch genug Zeit dafür 🙂

OpenWebPodcast

Durch mein Blog und die Arbeit an YIID kam Sebastian Küppers dann ein zweites Mal auf mich zu und wir riefen zusammen mit Christian Scholz (Mr.Topf) den OpenWebPodcast ins Leben.

twitter-sebastian-kupers-pfefferle-mrtopf-and-i-....jpg

In den Jahren zwischen 2008 und 2011 entstanden 33 Folgen, und wir hatten eine Menge interessanter Gäste. Über den OpenWebPodcast bin ich auch mit David Maciejewski ins Gespräch gekommen wodurch zwei interessante Technikwürze Folgen entstanden.

Webstandards-Magazin/SCREENGUIDE

Mein Interesse an- und meine Artikel über Microformats haben 2009 dann zu meinem ersten Artikel in einem Print-Magazin geführt.

webstandards-magazin.jpg

Dank Sylvia Egger (und wahrscheinlich dem OpenWebPodcast) darf ich seit 2009 die Kolumne Pfefferles OpenWeb schreiben, in der ich einmal im Quartal über die Neuigkeiten im OpenWeb berichte. Danke hier auch noch einmal an Ansgar Hein (der zufällig auch heute Geburtstag hat), Jörg Morsbach und Nicolai Schwarz, dass ich die Kolumne bis heute schreiben darf und das nahezu ohne jegliche Vorgaben oder Einschränkungen.

IndieWeb

Über die Jahre ist mir außerdem bewusst geworden, wie wichtig mir meine eigene Seite ist und wie gerne (wenn auch immer weniger) ich ins Internet schreibe. Ich habe in den 10 Jahren keinen einzigen Artikel auf Facebook und Co. veröffentlicht und die sozialen Netzwerke fast ausschließlich (ausgenommen Twitter) dazu genutzt, meine Artikel zu teilen und die Reaktionen wieder in das WordPress Kommentar-System zurück zu führen (das ist übrigens auch Thema meiner Kolumne in Ausgabe 28). Nach dem scheitern von DataPortability, DiSo oder OStatus bin ich umso überzeugter dass die IndieWeb Idee funktionieren und auch über die nächsten Jahre hinweg bestand hat.

Ich möchte hier gar nicht weiter auf die Inhalte des IndieWebs eingehen (das habe ich schon zur Genüge), nur so viel: Im Zentrum steht die eigene Webseite und Daten, Bilder und Texte werden ausschließlich dort veröffentlicht und dann über die sozialen Netzwerke geteilt.

Da mir die Community aus der Seele spricht, habe ich in den letzten drei Jahren viel Herzblut investiert und war sehr aktiv am schreiben und programmieren. Daraus entstanden einige Kolumnen, mein erstes Titel-Thema im SCREENGUIDE Magazin und sogar ein Interview im Deutschlandradio.

Außerdem habe ich, aus Mangel an Alternativen (das IndieWeb empfiehlt seinen Seite mit Microformats v2 auszuzeichnen, was von keinem anderen WordPress Theme unterstützt wurde), mein erstes WordPress Theme geschrieben, welches dann auch gleich in den Pool von WordPress.com aufgenommen wurde.

Fazit

Mein Blog hat mich motiviert, mich intensiver mit Themen zu beschäftigen. Es hat mir viele neue Ideen und Themen verschafft. Ich habe eine Menge interessanter Menschen kennen gelernt. Ich habe im Beruf davon profitiert. Ich habe zwei großartigen Podcasts mit gestalten können. Ich habe Artikel für das Webstandards-Magazin/SCREENGUIDE, die t3n und das PC-Magazin geschrieben. Das Deutschlandradio hat mich um ein Interview gebeten. Ich habe diverse, mehr oder weniger erfolgreiche WordPress Plugins und ein Theme gebaut. Ich hab Präsentationen auf Barcamps und Webmontagen gehalten. Ich hatte sogar diverse Anfragen ob ich nicht ein Fach-Buch veröffentlichen will.

Ich kann jedem nur empfehlen, sein eigenes Weblog zu betreiben. Sicherlich gehört auch ein wenig Glück dazu, dass gerade einer der 10 bis 100 Leser dich für einen Artikel oder ein Radio Interview weiter empfiehlt, aber wenn man nur genug Herzblut und Ehrgeiz mit bringt, wird das schon! Auch wenn ich in den letzten Jahren weniger schreibe, mache ich es immer noch gerne und ich werde mich hüten, mein Blog dicht zu machen. Irgendwann werde ich sicherlich wieder mehr Zeit finden und vielleicht schaff ich es ja dann noch ins TV 😉

Für das SCREENGUIDE Magazin (Ausgabe 26) wurde Aaron Parecki zum Thema Indie Web (Camp) interviewt. Das abgedruckte Interview ist aus Platzgründen und für ein besseres Verständnis aber leicht gekürzt und ins deutsche übersetzt worden.

Mit freundlicher Genehmigung von Nicolai Schwarz (Projektleiter SCREENGUIDE Magazin) und Aaron Parecki, darf ich euch hier das Original präsentieren:

SCREENGUIDE: Hi Aaron, what are the reasons for founding IndieWeb respectively organizing the first IndieWebCamp?

Aaron Parecki, @aaronpk CTO bei Esri R&D Center, Portland Mitgründer IndieWeb & IndieWebCamp
Aaron Parecki, @aaronpkCTO bei Esri R&D Center, PortlandMitgründer IndieWeb & IndieWebCamp

Aaron Parecki: In 2010, Tantek Çelik and I attended the „Federated Social Web Summit“ in Portland, Oregon. After the event, we walked away feeling somewhat dissatisfied, and decided we wanted to take a slightly different approach. We wanted to focus on:

  • creators instead of talkers – prioritize and encourage people who create things (design, UX, or code) instead of just talking about it
  • use your own tools – if you are building something you expect other people to use, you should be using it yourself on your own website
  • own your data – own your content online by publishing it first on your own website, and afterwards copying it to silos like Twitter and Facebook

We took these and several other principles, joined forces with Amber Case and Crystal Beasley, and organized the first IndieWebCamp unconference in 2011. The goal of the conference was to create a space for like-minded individuals to experiment with owning their content and identity on the Web.

SG: In 2011 there was one IndieWebCamp in Portland. For 2015 there are nine different Camps planned. Did you expect that kind of success?

AP: I never expected there would be IndieWebCamps in nine different cities so quickly! It’s been a pleasant surprise to see so many people excited about it, and it’s been fun to visit other cities to help organize the camps as well!

SG: Do you have any idea how many people have implemented IndieWeb-features on their website? (Maybe you have a number how many sites did log into indiewebcamp.com or how many are using Bridgy?)

AP: It’s great to see new people show up in our IRC channel or make their first POSSE post from their website, and I’m constantly amazed at how many people show up every day! It’s hard to get a good sense of how many people have implemented indieweb features, since by definition, there is no central directory or registry we can look at. However, there are over 170 people who have added their websites to our „IRC People“ page which is used to display profile photos in our IRC logs. If you look at the stats of Bridgy, a popular service that sends webmentions from activity on various silos like Twitter and Facebook, there are over 1.200 people signed up!

SG: What is so fascinating about the community?

AP: The best part about the community is how positive and productive everyone is! The community is extremely friendly, we often get visitors in our IRC channel who have some simple questions and lots of people jump to help them out. People start out by building their own web presence, either by writing their own custom software or installing someone else’s software such as WordPress or Known. Having everyone working on their own websites leaves a lot of room for experimentation and trying out multiple approaches to solving problems. We encourage a diversity of approaches and implementations. This makes the IndieWeb stronger and more resilient than any one approach or project.

SG: You wrote the software p3k for your own website aaronparecki.com. What does p3k do?

AP: p3k is the name of the software that powers my website, aaronparecki.com. It allows me to create many different kinds of posts, everything from simple text notes and photos, as well as my bike rides and what I’m eating. All the posts are marked up with Microformats so they show up in peoples‘ readers. If you write a reply to one of my posts, you can send a webmention and your reply will show up as a comment. p3k also supports Micropub which means I can post from many other apps.

While some people choose to develop their websites or CMSs entirely as open source, I’ve been taking a slightly different approach while building p3k for myself. Instead of building an open source CMS, and expecting people to use it the way I’ve built it, I instead develop small components and libraries that I use in my website, and I make those open source. For example, you can use the php-comments library I’ve written to parse comments from external websites, or you can use the date-formatter library to render dates and date ranges in a human-readable format, so you’d see „December 9-12, 2015“ instead of „2015-12-09 through 2015-12-12“.

This approach allows me to make small pieces that are more likely able to be useful to others, and avoid the hassles of building a polished install and configuration process. In fact many of these libraries are in use by other indieweb sites currently!

SG: The IndieWeb focuses on owning your content. How do you use social media personally?

AP: I use social media similar to most people, to keep in touch with my friends. I post photos, notes and articles on my website, and syndicate them to silos like Twitter or Facebook. When I’m reading other peoples‘ websites or Twitter feeds, I reply to posts from my site, or „like“ them from my site. For an example of what I mean by „liking“ something from my site, you can see all the things I’ve „liked“ here: aaronparecki.com/likes I enjoy seeing photos my friends are sharing, so I follow people on Instagram or see photos they post on their own sites.

I don’t normally read the full timelines of sites like Twitter or Facebook, since there is often too much content to keep up on. Instead, I typically read things by searching specific hashtags or terms. In fact I have a persistent Twitter search running all the time that sends results to several IRC channels I am in. I have searches running for projects I’m involved with, such as „indiewebcamp“ or „webmention“, as well as for my name or other more private search terms. This makes it easy for me to follow topics I care about without getting lost in the noise of all the other posts.

SG: What are currently the big (advanced) topics for the IndieWeb?

AP: This year is shaping up to be the year of the Reader. Now that there are quite a lot of people publishing content on their own sites, the missing piece is having one place where you can read the posts of everyone you’re following, and reply to the posts from within the same interface. Facebook and Twitter have shown us that an integrated reading and commenting experience is what people really want, and this is something that previous readers such as Google Reader didn’t do.

There has already been some great progress made on readers this year, and lots of interest from people using them! Once there are a few readers to choose from, it will be easy to avoid going to Facebook or Twitter to read things at all! The great part of the way these readers are being built is that you can use them to reply to the things you’re reading, but the replies are actually sent from your own site! This is made possible by Micropub, so if your site has a Micropub endpoint, readers can use it to create posts on your site. For example, I wrote this reply inside a reader app, and my site even shows the app used to post it: http://aaron.pk/r4_i5

There are also many Micropub apps in the works right now, which will enable you to post to your site from a mobile app, desktop app, or other web apps. Why limit yourself to your built-in posting interface such as the WordPress admin page, when you could be using more streamlined apps for posting photos or audio! Micropub is exciting because it enables a whole ecosystem of apps to be developed, so that people have many choices for how to post content to their own websites.