(Ich weiß, ich weiß… ich bin etwas spät dran, aber immerhin schreibe ich schon seit dem 26. Mai an dem Post!)

Am 27.06. fand, im Rahmen des Karlsruher WordPress Meetups, eine kleine 15 Jahr feier statt. Lucas Radke (der leider keine eigene Webseite besitzt) hat zu diesem Anlass, die WordPress Highlights der letzte 15 Jahre präsentiert. Ich fand die Idee ganz scharmant und habe die letzten Wochen mal recherchiert wie meine WordPress Geschichte seit 2002 aussieht.

2002

Fast genau ein Jahr (29.05.2002) vor dem WordPress Fork hab ich das erste b2/cafelog (der Vorgänger von WordPress) Weblog aufgesetzt.

pfefferle.org in 2003

Damals hab ich die Entscheidung folgendermaßen begründet:

Durch einen unglücklichen Zufall kam ich an 50 mb Webspace (mit PHP und MySQL Datenbank) und die Domäne jsjsjsj.de (lange Geschichte). Wegen goßem Ideenmangel, viel Webspace und nachdem ich schon etwas PHP gelernt hatte beschloß ich einfach mal testweise ein phpNuke zu installieren…

Nachdem der Webspace nach einem Jahr auslief, ich die jsjsjsj.de Domäne endlich wieder los war und erkannte das ein Content Management System etwas zu überdimensional für eine Privatperson sei, habe ich mir so meine Gedanken gemacht, wie die neue Seite aussehen solle.. Irgendwann kam ich zufällig auf die Seite webfroot.co.nz und war begeistert von der Weblog Idee.

2003

Anders, als ich bisher angenommen habe, bin ich nicht 2003 auf WordPress umgestiegen, sondern erst ein Jahr später. Nichts desto trotz hab ich mich intensiv mit dem neuen Projekt beschäftigt, immerhin war die Zukunft von b2 damals nicht wirklich klar!

My logging software hasn’t been updated for months, and the main developer has disappeared, and I can only hope that he’s okay.

What to do? Well, Textpattern looks like everything I could ever want, but it doesn’t look like it’s going to be licensed under something politically I could agree with. Fortunately, b2/cafelog is GPL, which means that I could use the existing codebase to create a fork, integrating all the cool stuff that Michel would be working on right now if only he was around. The work would never be lost, as if I fell of the face of the planet a year from now, whatever code I made would be free to the world, and if someone else wanted to pick it up they could. I’ve decided that this the course of action I’d like to go in, now all I need is a name. What should it do? Well, it would be nice to have the flexibility of MovableType, the parsing of TextPattern, the hackability of b2, and the ease of setup of Blogger. Someday, right?

Matt Mullenweg: The Blogging Software Dilemma

2004

WordPress installiert!

2005

2005 hab ich mir die Domain notizblog.org registriert um ein neues WordPress Blog aufzusetzen.

notizBlog.org gibt es seit Mitte 2005 und ist mein privater Blog. Angefangen hat alles mit einem Blog auf pfefferle.org, daraus hat sich das Ettlinger Weblog “MadLog” entwickelt, welches recht schnell zu nem Gemeinschafts-Blog oder sowas in der Art geworden ist. Da ich aber in dem Bereich Neue Medien bzw. Online Medien studiere, dachte ich es sei nicht schlecht ein eigenes Weblog zum Testen und Ausprobieren zu besitzen.


Außerdem wollte ich natürlich ein Teil vom Web2.0 sein 😀

2006

Mein erster Versuch ein Theme zu bauen!

Mehr fällt mir dazu nicht ein 😉

2006 hab ich außerdem mein WordPress.org Profil angelegt um 2007 dann auch mein erstes Plugin zu veröffentlichen.

2007

Mein erstes WordPress Plugin war Simple-CoComments. Es war/ist so „komplex“, dass man problemlos den kompletten Quellcode hier veröffentlichen könnte 🙂

Mein erstes großes Projekt in 2007 war aber das APML Plugin, worüber ich (das erste Mal) auch ein wenig Aufmerksamkeit in gleich zwei Communities bekam: WordPress & DataPortability.

2008

2008 hatte ich einfach nur total bock aufs bloggen. Im Durchschnitt kam ich auf 0,7 Artikel pro Tag, das sind derzeit 37% aller bisherigen Artikel!

2009

2009 entstand das ActivityStreams Plugin für WordPress, was dann auch der Start zu den diversen OStatus Plugins und meiner arbeit an dem OStatus Plugin war.

2010

Im Februar 2010 kam Pepijn auf mich zu, ob ich ihn nicht bei der Entwicklung eines OStatus Plugins für WordPress unterstützen wolle…

Are you pfefferle on WordPress.org?

Together with a few other individuals I'm working on a distributed social network plugin for WordPress.
I've been following the social-discuss mailing list for a while, and it seems to me that OStatus is considered a good candidate for a protocol.

According to this page, OStatus is basically a collection of extensions to Atom.
http://status.net/wiki/OStatus

Since you are the author of both an Activity Streams plugin an a Portable Contacts plugin -- among a few other interesting and probably related plugins -- I would like to inform you about our efforts.

Maybe we could share some code, or even join forces?

Groeten,
Pepijn de Vos

Die Arbeit am OStatus-Plugin hat bisher am meisten Spaß gemacht! Von allen Plugins, ist es das einzige, das ohne große Änderungen immer noch funktioniert. Gerade vor ein paar Monaten hab ich den ganzen OStatus-Plugin-Stack für Mastodon nochmal auf den neusten Stand gebracht 😍

2011

Durch die Arbeit an OStatus, habe ich auch viel am PubSubHubbub Plugin mitgeholfen. Mittlerweile habe ich das Plugin mehr oder weniger übernommen, bzw. bin ich aktuell der einzige aktive Maintainer.

Das Besondere an dem Plugin sind die 100.000 Installationen, die es zu einem der Top 100 Plugins auf WordPress.org machen!

2012

Mein erstes ernstzunehmendes Theme: SemPress!

2013

Ein Jahr später hat es SemPress dann in das offizielle Theme Directory von WordPress.com geschafft!

2014

2014 habe ich das OStatus Plugin geklont und einen ersten Prototypen eines IndieWeb Plugins veröffentlicht. Das IndieWeb Plugin ist bis heute eine Art Installer, der User bei der Installation und Einrichtung der verschiedenen IndieWeb-Plugins unterstützen soll. Mittlerweile ist die IndieWeb WordPress Community gut gewachsen und seit letztem Jahr ist das Plugin Teil des offiziellen IndieWeb-Repos, in der Hoffnung, dass es dort mehr Pflege bekommt.

2015

Meine erste „Core Contribution“. Für WordPress 4.4 habe ich Pascal Birchler bei der Entwicklung des WordPress oEmbed Providers geholfen.

2016

Mein erstes WordCamp und mein erster Vortrag auf einem solchen. Thema war das IndieWeb… Was auch sonst 😉

Soziale Netzwerke haben meistens nur eine begrenzte Lebenszeit. Posterous wurde von Twitter gekauft und eingestellt, Google Buzz durch Google Plus ersetzt und MySpace hat seine Blogging-Plattform geschlossen. Alleine mit Geocities wurden 2009 knapp 23 Millionen Seiten unwiderruflich vom Netz genommen. Jeder dieser Schritte ist mit einem Datenverlust verbunden. Die IndieWeb Bewegung versucht diesem Trend entgegen zu wirken. Inhalte werden nur noch auf der eigenen Seite veröffentlicht und erst dann über die Socialen Netzwerke geteilt. Aber nicht nur Artikel, sondern auch Bilder, Videos und Kommentare. WordPress bietet ideale Voraussetzungen um sich unabhängig von den sozialen Medien zu machen und dennoch dessen Vorteile und Reichweite zu nutzen. Welche Möglichkeiten gibt es aktuell, um Inhalte automatisch zu teilen oder Reaktionen im Netz einzusammeln und wie lässt sich mit WordPress eine Art dezentrales Social Network bauen.

2017

Ich bin großer Fan von Gutenberg, DEM neuen Editor von WordPress, und arbeite seit 2017 daran, mein aktuelles Theme ZenPress möglichst kompatibel zu machen.

2018

2018 war ich das erste mal auf einem WordPress-Meetup und bei meinem ersten Hackathon zum Thema WordPress.

Es hat Spaß gemacht, die alten Sachen heraus zu kramen 🙂

Auf die nächsten 15 16 Jahre!

They are incomplete and by nature more mysterious, more episodic, and thus more interesting. Blogs are meant not to leave you with everything. The whole idea is to think to deliberate, and to come back again and again, to finish what was started a long time ago. But there is no end, just a pause, for a voice to start, talking again.

Om Malik

David Shanske und Chris Aldrich hosten seit ein paar Monaten einen ganz charmanten IndieWeb Podcast. David hat bei so ziemlich jedem IndieWeb-WordPress-Plugin mit gearbeitet und übernimmt die Rolle des „Erklärers“ und Chris ist Poweruser und versucht den Podcast zu moderieren und die Komplexität etwas heraus zu nehmen.

Bisher entstanden 5 Folgen und ein Teaser:

Ich muss zugeben, ich hätte ja schon auch mal wieder Lust zu podcasten

Ich bin letzte Woche über Umwege auf einen Tweet von Chris Messina gestoßen, in dem er die Decentralized Identity Foundation verlinkt…

Das Projekt bedient so ziemlich alles was mein Geek-Herz höher schlagen lässt! Ein herrliches Buzzword-Bingo!

Zuerst die wunderbare URL:

http://identity.foundation

…und dann das großartige Mission Statement:

Join us in building an open source decentralized identity ecosystem for people, organizations, apps, and devices.

…und zum Schluss die kurz Beschreibung:

DECENTRALIZED IDENTITIES
anchored by
BLOCKCHAIN IDs
linked to
ZERO-TRUST DATASTORES
that are
UNIVERSALLY DISCOVERABLE

Wunderschön!

…fast so schön wie meine Blog-Subline!

In den letzten Wochen bin ich über ein paar tolle Artikel über das Bloggen und über RSS gestolpert… Vielleicht kommt bloggen ja doch wieder in Mode und dann kann ich endlich auch mal sagen: Ich hab schon gebloggt bevor es hip war! Ich habe schon gebloggt, als es vor Jahren mal hip war, dann wieder nicht und jetzt wieder!

René Walter hat es auf seinem Blog wunderschön auf den Punkt gebracht:

Das Problem waren schon immer und sind immer noch überfüllte Plattformen, auf denen sich die Menschen zu dicht gedrängelt um Aufmerksamkeit streiten. Lieber wieder Piratenschiffe bauen, eine Trillionbillion davon, alle anders, alle gleich.

Der andere Blogpost, den ich empfehlen möchte, ist von Brent Simmons (der übrigens auch (mal wieder) an einem großartigen Feed-Reader für den Mac arbeitet).

[…] if you think of the years 1995-2005, you remember when the web was our social network: blogs, comments on blogs, feed readers, and services such as Flickr, Technorati, and BlogBridge to glue things together. Those were great years […]

Herrlich nostalgisch 🙂

Irgendwann letzte oder vorletzte Woche ist die Überschrift "OpenID Connect Federation 1.0 – draft XX" in meinem Feed-Reeder aufgetaucht und auf Buzz-Words wie Federation o. Ä. springe ich natürlich immer noch sofort auf!

Spezifikationen lesen, macht ja generell nicht viel Spaß, aber bei der OpenID Connect Federation 1.0 kam ich nicht mal bis zur Hälfte. Bevor man wirklich versteht was das Protokoll eigentlich macht (für mich hört es sich ähnlich an wie OpenID Connect Dynamic Client Registration), geht es um Metadaten, JSON Web Signature (JWS), JSON Web Tokens (JWT) und JSON Web Keys (JWK).

Eigentlich dachte ich, dass OpenID Connect durch OAuth 2 super simpel sein soll… Immerhin basiert ja OAuth 2 auf SSL/TLS und nicht wie OAuth 1 auf komplizierte Signaturen.

The majority of failed OAuth 1.0 implementation attempts are caused by the complexity of the cryptographic requirements of the specification. The fact that the original specification was poorly written didn’t help, but even with the newly published RFC 5849, OAuth 1.0 is still not trivial to use on the client side. The convenient and ease offered by simply using passwords is sorely missing in OAuth.

Eran Hammer

Die OpenID Foundation scheint ihre Meinung geändert zu haben… SSL scheint wohl doch nicht auszureichen.

Another problem that has been raised is the dependency on TLS as the sole protection against attacks on the transferred information. These last couple of years a number of problems with OpenSSL, which is probably the most widely used TLS library, have been discovered that put reasonable doubt into this dependency.

OpenID Connect Dynamic Client Registration

Schade, schade…

Wer eine wirkliche Alternative zu OpenID Connect sucht, der soll sich mal IndieAuth anschauen. IndieAuth kommt der ursprünglichen Idee von OpenID Connect sehr nahe und ist relativ einfach zu verstehen und auch zu implementieren!

Ich hab 2008 mehr Blogposts geschrieben als in den folgenden Jahren zusammen. Statt dessen hab ich gepodcastet und eine Menge Papier beschrieben um für "Dezentrale Netzwerke" und "Data Portability" zu werben. Außerdem hab ich sehr viel Zeit in WordPress Plugins und Themes investiert.

Das hab ich gemacht, damit ich weiterhin bloggen kann und meine Seite trotz Facebook und Twitter nicht an Relevanz verliert…

…dabei hab ich ganz vergessen zu bloggen und meine Seite hat wohl ein bisschen an Relevanz verloren…

…hat ja super geklappt!

Mal schauen was 2018 bringt.

Heute wird das notiz.Blog zwölf Jahre alt! Ich hab mir in den letzten Wochen mal die Zeit genommen, auf archive.org ein paar alte Screenshots zu machen. Das erste Design von 2005/2006 hab ich sogar noch als WordPress-Theme und es funktioniert auch noch! Vielleicht lade ich es in den nächsten Tagen mal auf GitHub 😉

Ist ne ganze Menge zusammen gekommen über die Jahre und aktuell habe ich auch wieder Lust etwas mehr zu schreiben 🙂

Spaceman Spiff Winamp Skin
Spaceman Spiff Winamp Skin

Ich hab noch einen Schatz gefunden!

Neben meiner ersten Webseite, hab ich auf einer alten Festplatte auch noch meinen ersten (und zum Glück einzigen) Winamp-Skin entdeckt.

Ich weiß nicht was ich sonst noch dazu sagen soll… Ich lass das jetzt einfach mal so stehen…

Genießt den Anblick 😊