Seit letzter Woche braucht man keinen Invite-Code mehr um sich bei Bluesky anzumelden, die wesentlich spannendere Info steht aber, wie beiläufig erwähnt, im letzten Abschnitt:
This month, we’ll be rolling out an experimental early version of “federation,” or the feature that makes the network so open and customizable. On Bluesky, you’ll have the freedom to choose (and the right to leave) instead of being held to the whims of private companies or black box algorithms. And wherever you go, your friends and relationships can go with you.
Ich bin gespannt wie Bluesky federation umsetzen wird. Auf mich wirkt das ATProtocol immer noch viel zu kompliziert und „overengineered“, aber vielleicht ist das ja auch gerade der Vorteil gegenüber ActivityPub.
Ich hatte vorgestern einen kleinen Plausch mit @deadsuperhero@mozilla.social für den Decentered Podcast, in wir unter anderem auch über die Schwierigkeiten bei der Implementierung von ActivityPub sprachen. Da WordPress in vielen verschiedenen Umgebungen laufen muss und sich die Konfiguration des Webservers, die PHP Version, das Caching, die Interferenz mit anderen Plugins und andere spezial Fälle nicht seht gut abschätzen lassen, ist es sehr schwer komplexere Funktionalitäten umzusetzen.
Ein Beispiel: Im Gegensatz zu OStatus, wo die Distribution von neuen Inhalten über PubSubHubbub (jetzt WebSub) geregelt wurde, ist bei ActivityPub der Service selbst dafür verantwortlich. Ein direktes Verteilen der Inhalte, direkt nach dem Veröffentlichen, würde bei großen Follower zahlen, den Prozess unnötig in die Länge ziehen, oder könnte sogar zu einem Fehler oder einem kompletten Abbruch führen. Um dem (so gut es geht) entgegen zu wirken, wird der Prozess asynchron über WP_Cron abgearbeitet. Leider ist aber auch das keineGarantie für einen fehlerfreien Ablauf (Siehe Ende des vorherigen Absatzes).
Lange Rede kurzer Sinn: Abhängig davon wie simpel ein Personal Data Server kurz PDS aufgebaut ist, könnte Bluesky vielleicht doch interessanter sein als ich ursprünglich angenommen habe.
Ich weiß nicht ob „inspiriert“ hier der richtige Begriff ist… ich weiß was er meint und verstehe seinen Punkt, finde es aber auch sehr beängstigend. Ist es wirklich schon soweit, dass man explizit erwähnen muss, dass ein Mensch einen Text geschrieben hat?
Es fühlt sich ein wenig so an, als würden wir hier gerade wieder den gleichen bzw. einen ähnlichen Fehler begehen, den wir schon zweitausendirgendwas mit dem Social Web begangen haben.
„No large language models (LLM) were used in the production of this post.“ scheint das neue „IndieWeb“ oder „Fediverse“ zu werden. Man fängt an, das was eigentlich die Norm sein sollte, zur Ausnahme zu machen und neue Begriffe/Beschreibungen dafür zu finden.
Ich werde also weder das „Not By AI“ Badge, noch den Text „No large language models (LLM) were used in the production of this post.“ irgendwo auf meinen Blog packen, in der Hoffnung, dass die Nutzung von AI/LLM irgendwann kennzeichnungspflichtig wird!
Ich schreibe hier um meine Gedanken (mit euch) zu teilen, nicht für irgendeine Suchmaschine, das heißt wenn ich irgendwann nichts mehr zu scheiben habe, dann wird es hier eben einfach ruhig PUNKT
Ginge es nach ChatGPT, könnte jetzt folgendes auf mich und mein Blog zutreffen/zukommen:
Selbstfindung und Identitätsstiftung: Mit 18 Jahren könnte das Blog in einer Phase der Selbstfindung und Identitätsstiftung sein. Der Blogger könnte überlegen, wer er als Autor ist, welche Werte er vertritt und wie er sich weiterentwickeln möchte.
Erwachsenwerden in der digitalen Welt: Ein 18-jähriges Blog könnte die Herausforderungen des Erwachsenwerdens in der digitalen Welt reflektieren. Das bedeutet möglicherweise eine verstärkte Auseinandersetzung mit Themen wie Datenschutz, Ethik im Online-Journalismus und der Verantwortung gegenüber der Online-Community.
Bewältigung von Veränderungen: In diesem Alter könnten sich auch Änderungen in der Technologie und den Online-Trends bemerkbar machen. Das Blog könnte seine Anpassungsfähigkeit zeigen, indem es sich den aktuellen Entwicklungen anpasst und möglicherweise neue Medienformen integriert.
Einfluss auf die jüngere Generation: Ein 18-jähriges Blog könnte eine inspirierende Rolle für neuere Blogs oder aufstrebende Blogger spielen. Es könnte seine Erfahrungen teilen, Ratschläge geben und dazu beitragen, die nächste Generation von Bloggern zu beeinflussen.
Reflektierte Inhalte: Das Blog könnte sich darauf konzentrieren, tiefer gehende, reflektierte Inhalte zu produzieren. Es könnte sich in Richtung anspruchsvollerer Themen bewegen und einen Beitrag zu qualitativ hochwertigerem Online-Content leisten.
Ich habe K2 sehr lange auf notiz.Blog eingesetzt und mich viel und lange mit dessen technischem Aufbau und der semantischen HTML-Struktur beschäftigt!
Aber außer dem kurzen Schwelgen in alten Erinnerungen hab ich mir nicht weiter Gedanken zu dem Thema gemacht. Immerhin gibt es das Theme schon seit einer halben Ewigkeit nicht mehr und Sidebars sind auch aus der Mode!(?)!
Dann schreibt @ricmac letzte Woche aber folgendes auf Mastodon:
Sidebar Culture: remember things in your blog sidebar like blogrolls, “Influential articles”, Flickr photos, MyBlogLog (a proto-social network for bloggers). All this stuff and more helped make early 2000s blogging fun and more communal. Would love to find a way to bring that back in 2024…
Ich bin gespannt was @ricmac sich einfallen lässt…
Thinking about a personal website re-design (or a new site), so I can play around with fediverse integration, sidebar culture, and other fun things. Thinking of using @eleventy (have used Hugo before and this seems better). Maybe a new site is better, as I don’t want to have to migrate ricmac.org from WordPress…for now, anyway. Is it normal for people to have two personal websites these days? I should just start a test site with 11ty and see how it goes… #thinkingoutloud
Das war Inspiration genug um einen Monat später mit meinem eigenen kleinen b2 Blog an den Start zu gehen.
Mittlerweile begleitet mich das kleine stückchen PHP-Code fast mein halbes Leben und ich hätte nie daran gedacht, dass ich mit meinem Hobby-Projekt irgendwann mein Geld verdienen würde!
Während meinen 7++ Jahren bei IONOS hatte ich nebenher immer mal wieder mit WordPress zu tun. 2020 bekam ich aber die Möglichkeit, mit einem kleinen Team zusammen, das WordPress Hosting neu/mit zu gestalten. Aus diesem kleinen dreiköpfigen WordPress-Team wurde in den folgenden drei Jahren ein großartiges Haufen von 15+ Personen (inklusive Support, PO, PM, …).
Neben dem daily business haben wir IONOS in dieser Zeit ein kleines bisschen näher an die Community „geschubst“ (zumindest rede ich mir das ein 😉 ). Wir haben einen GitHub Account gestartet, den Entwicklern Zeit für die Five for the Future Initiative frei geräumt und IONOS wurde Teil der (Make) Hosting Community.
In diesem Zuge habe ich mich auch persönlich engagiert und dafür im Juni das Hosting Team Badge „verliehen“ bekommen.
2021
Mein aktivstes Jahr beim Pluginkollektiv. Ich mag die Idee und schätze die Plugins sehr! Ich hoffe ich finde in Zukunft wieder etwas mehr Zeit für das Kollektiv, immerhin arbeite ich ja jetzt hauptberuflich an ActivityPub & Co. und brauche deshalb wieder ein neues Hobbie/Freizeitprojekt 😉
2022
Im März fand der CloudFest Hackathon im Europa-Park statt und ich hatte die Chance, ein Thema zu betreuen. Drei Tage WordPress, IndieWeb und Webmentions <3
Ich bin gespannt was dieses Jahr noch mit sich bringt und wie die Zukunft von WordPress aussieht.
Wenn es nach mir ginge, dann würde daraus ein „open, portable, interoperable, small, social, synaptic, semantic, structured, distributed, (re-)decentralized, independent, microformatted and federated social“ WordPress 😉
It’s still visible on Identi.ca today, although the URL format changed a few years ago, and the redirect plugin stopped working a few years after that.
2022 war ein extrem spannendes Jahr! Ein Rückblick!
CloudFest Hackathon
Im März hatte ich die Chance ein Thema für den CloudFest Hackathon zu leiten/betreuen (Danke an Carole und Alain). Auch wenn das Projekt anders lief als ich das insgeheim geplant hatte, hab ich sehr viel über UX gelernt und großartigen Input bekommen, den ich leider noch nicht komplett umsetzen konnte.
2022 kamen leider nur drei neunetzcast Folgen zustande, dafür haben wir (aus meiner Sicht) zwei extrem spannende Ausgaben zu Mastodon, ActivityPub und dem Fediverse gemacht.
Eine der Zentralen Fragen des Podcasts: Warum Walled Gardens wie Facebook, Twitter oder TikTok immer noch den Markt der sozialen Netzwerke dominieren, während z.B. im IOT Bereich massiv am Thema Standards und Interoperabilität gearbeitet wird.
These: Der Schmerz ist einfach noch nicht groß genug!
…und als hätte Elon Musk unseren Podcast gehört, hat er promt für den nötigen Schmerz gesorg und viele Twitter-User in die Arme von Mastodon getrieben, was vielleicht der letzte Tropfen war, den das Fediverse Fass gebraucht hat!
Außerdem hat sich ein alter Podcast-Freund zu uns gesellt, mit dem ich seit Jahren nicht mehr gesprochen hatte! Es hat großen Spaß gemacht, Carsten und Marcel und ich freue mich auf nächstes Jahr!
ActivityPub für WordPress
Dank Elon Musk haben sich aber auch die Download-Zahlen von meinem ActivityPub (WordPress) Plugin und meine Follower auf Mastodon mindestens verzehnfacht! Das hat mich beflügelt wieder aktiver am Plugin zu arbeiten und es kamen ein paar großartige Änderungen dabei rum. Alex Kirk hat beispielsweise sein friends Plugin so angepasst, dass man auch Freunde über ActivityPub abonnieren kann.
Um Menschen auf Mastodon oder ähnlichen Plattformen über dein eigenes WordPress zu folgen, kannst du das Friends-Plugin für WordPress benutzen, das über das Plugin Beiträge abruft, in deinem eigenen WordPress anzeigt und es so zu einer eigenen Fediverse-Instanz macht.
Es stehen aber noch weitere großartige Features in den Startlöchern (wie z.B. Djangos „Federated Comments“ Vorschlag) die aber noch etwas angepasst werden müssen.
Ich war im November (2022) zu Gast beim „Wo wir sind ist vorne„-Podcast und durfte über alles reden, worüber ich hier auch schreibe 🙂
Indie Web, Open Web, Websemantics, Microformats, Open Graph, Schema.org!“
Mit unserem Gast Matthias Pfefferle verschaffen wir uns einen Überblick über den aktuellen Stand der Websemantics und wie sie dazu beitragen das Web besser zu strukturieren und durchsuchbar zu machen. Dazu lernen wir, warum die eigene Website immer noch der beste Weg ist im Web zu publizieren, sprechen über den Twitter-Meltdown + Fediverse und zum Abschluss gibt es noch Blasmusik. Wir hatten Spaß. Und ihr?
Ich kenne Moritz ( @MoritzGiessmann ) ein bisschen und habe den Podcast auch schon seit einer Weile abonniert… zu meiner Schande muss ich aber gestehen, dass ich bisher nur die Live-Steams geschaut („geschaut“ ist vielleicht auch übertrieben… ich habe ein bisschen rein ge-zappt…), aber noch nie eine Audio-Folge gehört habe…
DIE MEISTEN BEITRÄGE SIND ÜBER 2 STUNDEN LANG!
Aus perspektive des Gastes, verstehe ich jetzt aber warum die Folgen so lange sind! Die beiden haben einfach ’ne menge Spaß an dem was sie tun und eine Aufnahme ist viel mehr als „nur“ das Fachsimpeln zu einem Nerd-Thema. Von den 3 Stunden, die ich mit Moritz und Constantin geredet habe, geht es wahrscheinlich „nur“ 60 min um die oben genannten Themen… in der restlichen Zeit haben wir uns über Bier, Spam, Solar-Panele, Blasmusik und Terence Hill unterhalten (und ich hatte mich anfangs noch gewundert warum sie mich gefragt haben ob ich die ganze Folge dabei sein will).
Es war auf alle Fälle sehr lustig und kurzweilig… Ich hoffe die Beiden laden mich irgendwan nochmal ein und kann jedem nur wärmstens empfehlen den Podcast zu abonnieren!!