Jahr: 2011

  • Ich habe mich letzte Woche ein wenig mit Carsten über das „scheitern“ des OpenWebs unterhalten… wen es interessiert und wer mit diskutieren will, sollte am besten bei Marcel vorbei schauen, der hat den Dialog schön zusammengefasst und um ein paar eigene Gedanken erweitert.

    Marcels Fazit:

    Neben dem Chaos, das das Einbinden offener Standards, oder Möchte-gern-Standards für Entwickler unattraktiv macht, gibt es noch ein weiteres Problem, dem sich das Open Web, das dezentrale Web, gegenüber sieht: Die Protagonisten, also die Fürsprecher und die, welche die Grundlagen entwerfen und weiter entwickeln, haben es bis dato versäumt, einen effektiven Hebel zu erschaffen, um Anreize für alle Seiten zu generieren, die dann zu den virtuosen selbstverstärkenden Effekten führen.

    Die im Gespräch angemerkte Kurzlebigkeit der Standards ist das Gegenteil eines effektiven Hebels: Sie treibt die notwendige Entwicklerseite frustriert weg.

    Ich bin im übrigen mittlerweile fast der Meinung, dass jede signifikante Weiterentwicklung von Webstandards von Unternehmen wie Google und Facebook kommen wird und muss. Denn in deren Produkten steckt der Hebel schon drin. Das bringt uns allerdings wieder zurück zu den Argumenten von Bradbury zur Abhängigkeit bei Web-APIs.

    Obwohl ich das immer noch nicht so richtig wahr haben will hat Marcel mit seiner Aussage wohl den Nagel auf den Kopf getroffen. Ein aktuelles Beispiel: Schema.org! Ich beschäftige mich seit mehr als 5 Jahren mit Microformats und RDFa… für mich ist Schema.org einfach nur ignorant!
    Für die meisten Webentwickler ist Schema.org aber der erste Berührungspunkt mit Websemantiken, wieso sich also weiter mit Altlasten herumplagen. Google, Microsoft und Yahoo! einigen sich auf Schema.org… ein simples Format und ein valider Usecase. Damit wird Schema.org zum neuen defacto Standard ohne je den Anspruch darauf erhoben zu haben:

    schema.org is not a formal standards body. schema.org is simply a site where we document the schemas that three major search engines will support.

    Der Punkt ist: Was bringens uns „Standards“ von W3C und IETF wenn sie niemand unterstützt. Wir brauchen Formate die ein Bedürfnis decken und von der breiten Masse akzeptiert werden… ob man sie jetzt „Standard“ nennt oder nicht!

    (Um dieses Thema geht es übrigens auch in meiner Kolumne im nächsten Webstandards Magazin.)

    1 Kommentar zu The Long-Term Failure of OpenWeb
  • Was das OpenWeb so kompliziert macht ist das Wörtchen „alternativ„!

    • OpenID Discovery basiert auf Meta-Tags, alternativ funktioniert aber auch XRDS(-Simple)/Yadis oder Webfinger.
    • OpenID stellt über SREG Profilinformationen bereit, alternativ aber auch über Attribute Exchange.
    • RDFa 1.1 ist folgendermaßen aufgebaut: <html prefix="foaf: http://xmlns.com/foaf/0.1/" > ... <span property="foaf:name">John Doe</span> ... </html> alternativ aber auch: <div vocab="http://xmlns.com/foaf/0.1/" about="#me"> <span property="name">John Doe</span> </div> …oder: <div profile="http://xmlns.com/foaf/0.1/" about="#me"> <span property="foaf:name">John Doe</span> </div>
    • OpenSocial, oEmbed, ActivityStrea.ms und host-meta benutzen JSON, alternativ aber auch XML
    • OAuth verschlüsselt mit HMAC-SHA1, alternativ aber auch mit RSA-SHA1 oder PLAINTEXT

    To be continued…

    Wie viel Komplexität man sich sparen könnte wenn man sich auf eine Variante beschränken würde.

    2 Kommentare zu oAlternative
  • Webstandards Magazin Nr. 11

    Seit 16.09. ist das neue Webstandards-Magazin im Handel erhältlich und gerade jetzt vergess‘ ich darüber zu posten… immerhin enthält es Folge 10 von Pfefferles OpenWeb 🙂

    …und zur Feier des Tages gibt es ein wenig Schema.org-Bashing:

    Knapp 2 Milliarden Webseiten sind mit einer hCard ausgezeichnet und RDFa verzeichnete zwischenzeitlich ein Wachstum von 510% , trotzdem haben sich Google, Yahoo! und Microsoft dazu entschlossen ein neues Format zu entwickeln.

    Viel Spaß beim lesen und ich freue mich wie immer über ein bisschen Feedback.

    2 Kommentare zu Kleines Jubiläum #webstandardsmag
  • Das erste grosse neue Ding: Timelines. Im Prinzip das ganze .. Leben auf Facebook […]. […] fehlt noch eine Antwort auf die Frage, ob ich denn mein Leben auch wieder aus Facebook herausbekomme und wenn ja, unter welcher Lizenz.

    Christian Scholz (aka MrTopf) über das neue Facebook
    Keine Kommentare zu Als aus Facebook das Internet wurde.
  • OpenWebPodcast studio-view

    So, da sind wir wieder… mit neuem Logo, Fernsehshow und nicht mehr ganz so technisch! In der aktuellen Folge (#32) dreht sich alles um Google+: User-Zahlen, Vergleich zu Facebook, die Real Name Policy und mehr.

    Den Audio-Stream findet ihr in unserem Blog und den Video-Stream auf USTREAM.

    Keine Kommentare zu OpenWebPodcast.TV
  • …und das Open Web kennt mindestens genau so viele Wörter für „Name“!

    Ich hab mir letzte Woche mal den aktuellen Draft von OpenID Connect angeschaut und mich riesig gefreut, dass die OpenID-Community ihrer Linie treu bleibt und dem User-Schema wieder komplett neue Bezeichnungen gibt. Aber das scheint ein genereller Spaß in OpenWeb-Kreisen zu sein. Ich hab mir mal einen Spaß d’raus gemacht einzelne Bezeichnungen verschiedener „Standards“ die mit Profil/User-Infos zu tun haben, zu vergleichen.

    Claims für den kompletten „Namen“ eines Users:

    • fn (vCard, hCard)
    • name (foaf, OpenID Connect, Facebook Connect, schema.org)
    • fullname (OpenID SREG)
    • namePerson (OpenID AX)
    • displayName (Portable Contacts, Open Social, Activity Streams)

    Claims für den „Nachnamen“ eines Users:

    • given name (vCard)
    • given-name (hCard)
    • lastName (foaf)
    • family_name (OpenID Connect, Facebook Connect)
    • namePerson/last (OpenID AX)
    • givenName (Portable Contact, Open Social)

    Gut dass wir das W3C, die WHATWG, die IETF und diverse ander Standard-Organisationen haben die in jahrelanger Arbeit, Standards wie RDF, XML, JSON, RDFa und Microdata spezifizieren und dann jeder, wie er gerade bock hat, ein Schema dafür baut 😀

    … Schema.org und das Open Graph Protocol sind perfekte Beispiele dafür, wie man gekonnt bestehene Schemas ignoriert und einfach macht, wie man denkt!

    P.S. Ich weiß dass man die Bezeichnung „Eskimo“ eigentlich nicht mehr benutzt und wehe mir nimmt jemand den Mythos mit den 90 Wörtern für Schnee 😉

    2 Kommentare zu Eskimos haben 90 Wörter für Schnee…
  • Tantek Çelik mit einem sehr ausführlichen Bericht über Web Actions bzw. Web Intents:

    A web action is the interface and user experience of taking a specific discrete action, across the web, from one site to another site or application. They’re not a specific technology but use a variety of technologies.

    Keine Kommentare zu Web Actions/Web Intents
  • xkcd: Standards
    xkcd: Standards
    Keine Kommentare zu Die Welt braucht mehr Standards 🙂
  • Mozilla arbeitet an einem neuen „Identity in the Browser„-Projekt namens BrowserID:

    For users, BrowserID provides a safer and easier way to sign in.

    For developers, BrowserID offers a world class sign-in experience with only a couple lines of code.

    For identity providers, BrowserID lets you give your users an identity they can use everywhere.

    Keine Kommentare zu BrowserID
  • HTML5 Logo

    Dass HTML5 ein paar neue input-types definiert, habe ich durch die hcard-input-brainstorming so am Rande auf geschnappt, mir aber nichts weiter dabei gedacht… Durch Zufall bin ich heute aber über folgenden Tweet von Sylvia Egger gestoßen:

    Just implemented native form validation on #wp comments form – it' quite simple & should be in #wp default theme

    und habe bissle recherchiert… Mit den neuen Input-Types ist es doch tatsächlich möglich Input-Felder über den Browser validieren zu lassen… Ich bin begeistert! 🙂

    Trägt man beispielsweise eine Nicht-Email-Adresse in folgendes Feld…

    <input type="email" />Code-Sprache: HTML, XML (xml)

    bekommt man…

    Email Validation im Firefox

    Schön wenn man sich noch über solche Kleinigkeiten freuen kann oder 😉

    Lange rede kurzer Sinn: Da WordPress alle Formulare an zentraler Stelle definiert, ist es ziemlich einfach sie mit ein paar neuen Input-Types zu versehen. Mit dem folgenden Code wird das Kommentar-Formular mit den Typen "email" und "url" und das Suchformular mit dem Typ "search" (funktioniert nur in den WebKit-Browsern) erweitert:

    Code-Update: Eric Eggert hat mich in den Kommentaren darauf hingewiesen, dass man mit <input required /> auch noch die Pflichtfelder validieren kann. Danke!

    Code-Update 2: Dank maxe werden jetzt auch die WordPress Settings berücksichtigt (Comment author must fill out name and e-mail) und das "Comment"-Feld ist natürlich auch required

    <?php
    /*
    Plugin Name: html5 input-types
    Plugin URI: https://notiz.blog/
    Description: Adds the new HTML5 input-types to WordPress' default forms
    Version: 0.1
    Author: pfefferle
    Author URI: https://notiz.blog/
    */
    
    add_filter("comment_form_default_fields", "change_comment_input_types");
    
    function change_comment_input_types($fields) {
      if (get_option("require_name_email", false)) {
        $fields['author'] = preg_replace('/<input/', '<input required', $fields['author']);
        $fields['email'] = preg_replace('/"text"/', '"email" required', $fields['email']);
      } else {
        $fields['email'] = preg_replace('/"text"/', '"email"', $fields['email']);
      }
    
      $fields['url'] = preg_replace('/"text"/', '"url"', $fields['url']);
    
      return $fields;
    }
    
    add_filter("get_search_form", "change_search_form_input_types");
    
    function change_search_form_input_types($form) {
      return preg_replace('/"text"/', '"search"', $form);
    }
    
    add_filter("comment_form_field_comment", "change_comment_field_input_types");
    
    function change_comment_field_input_types($field) {
      return preg_replace('/<textarea/', '<textarea required', $field);
    }
    ?>Code-Sprache: HTML, XML (xml)

    Funktioniert als Plugin und in Child-Themes (einfach in die functions.php kopieren).

    Danke auch an Marc Görtz der mich über Twitter reichlich mit Links zu dem Thema versorgt hat:

    Testen könnt ihr das übrigens hier auf notiz.blog.

    6 Kommentare zu HTML5, Input-Types, Form-Validierung und WordPress