WordPress + ActivityPub wird gerade auf FediDB gefeatured!
Thanks a lot @dansup ❤️
Hier geht es um Webdesign, Microformats, (X)HTML und CSS, Web2.0, usw.

WordPress + ActivityPub wird gerade auf FediDB gefeatured!
Thanks a lot @dansup ❤️

WordPress wurde 20 Jahre alt! 20 Jahre!
Vor etwas mehr als 20 Jahren bin ich über Brett Taylors wunderbar nerdiges Blog gestolpert: webfroot.co.nz
Am 04. April 2002 schreibt Brett: „News script is powered by b2, allowing for an RSS XML, better archive system, and improved comments system too.“
Das war Inspiration genug um einen Monat später mit meinem eigenen kleinen b2 Blog an den Start zu gehen.
Mittlerweile begleitet mich das kleine stückchen PHP-Code fast mein halbes Leben und ich hätte nie daran gedacht, dass ich mit meinem Hobby-Projekt irgendwann mein Geld verdienen würde!
Happy Birthday WordPress!
Zum 15. Jubiläum habe ich angefangen meine „WordPress Origin Story“ zu dokumentieren. Der Vollständigkeit halber hier also die folgenden 5 Jahre 😉
2019 stand im Zeichen des ActivityPub Plugins. Hätte ich damals gewusst… 😉
Während meinen 7++ Jahren bei IONOS hatte ich nebenher immer mal wieder mit WordPress zu tun. 2020 bekam ich aber die Möglichkeit, mit einem kleinen Team zusammen, das WordPress Hosting neu/mit zu gestalten. Aus diesem kleinen dreiköpfigen WordPress-Team wurde in den folgenden drei Jahren ein großartiges Haufen von 15+ Personen (inklusive Support, PO, PM, …).

Neben dem daily business haben wir IONOS in dieser Zeit ein kleines bisschen näher an die Community „geschubst“ (zumindest rede ich mir das ein 😉 ). Wir haben einen GitHub Account gestartet, den Entwicklern Zeit für die Five for the Future Initiative frei geräumt und IONOS wurde Teil der (Make) Hosting Community.
In diesem Zuge habe ich mich auch persönlich engagiert und dafür im Juni das Hosting Team Badge „verliehen“ bekommen.
Mein aktivstes Jahr beim Pluginkollektiv. Ich mag die Idee und schätze die Plugins sehr! Ich hoffe ich finde in Zukunft wieder etwas mehr Zeit für das Kollektiv, immerhin arbeite ich ja jetzt hauptberuflich an ActivityPub & Co. und brauche deshalb wieder ein neues Hobbie/Freizeitprojekt 😉
Im März fand der CloudFest Hackathon im Europa-Park statt und ich hatte die Chance, ein Thema zu betreuen. Drei Tage WordPress, IndieWeb und Webmentions <3
…und meine große Klappe auf Twitter, hat dafür gesorgt, dass ich seit diesem Jahr einen neuen Job habe.

Seit April darf ich mich from 9 to 5 mit dem „Open Web“ beschäftigen und bekomme dafür auch noch Geld!
Vielen Dank Matt und vielen Dank Automattic!
…dazu aber später nochmal mehr 🙂
Ich bin gespannt was dieses Jahr noch mit sich bringt und wie die Zukunft von WordPress aussieht.
Wenn es nach mir ginge, dann würde daraus ein „open, portable, interoperable, small, social, synaptic, semantic, structured, distributed, (re-)decentralized, independent, microformatted and federated social“ WordPress 😉

Gestern vor 15 Jahren hat Evan seinen ersten Post ins Fediverse gesendet:
Fifteen years ago tomorrow I published the first post on the fediverse.
https://web.archive.org/web/20080618164355/http://identi.ca/notice/1
It’s still visible on Identi.ca today, although the URL format changed a few years ago, and the redirect plugin stopped working a few years after that.
https://identi.ca/evan/note/Y0QwGyc1QYilqqawkDrQlg
Thanks to everyone who made identi.ca a great place to be, and thanks to everyone who’s expanded the fediverse since then.
Someday soon-ish I’d like to have identi.ca working with ActivityPub. When I get the time for it!
https://cosocial.ca/@evan/110385636249899888
Vor 15 Jahren!!!
Erst laconi.ca/identi.ca dann status.net und jetzt gnu.social.
Von OpenMicroBlogging über OStatus zu ActivityPub.
Es ist faszinierend wie lange sich die Idee gehalten hat und das unabhängig von der Platform und dem Protocol!
Laut dem Screenshot von meinem Profil, bin ich auch schon seit Juli 2008 dabei.
Happy Birthday und mal schauen wie das Fediverse in 15 Jahren aussieht 😉 !

Vor zwei Jahren wollte Twitter in das „Dezentrale Netzwerke“-Business einsteigen und gründete eigens dafür das Projekt Bluesky. In den folgenden zwei Jahren wurde viel evaluiert und diskutiert, was wohl die beste Lösung für Twitter sei und wir alle fieberten mit ob es nun ActivityPub oder doch Matrix werden würde…
Aber das Warten hat ein Ende! Bluesky hat verkündet wie es weiter geht!
Sie entwickeln ein neues Protokoll!
Das AT Protocol, kurz für Authenticated Transfer Protocol!
Ich hab mir die FAQ mal angeschaut und dort steht warum Bluesky sich gegen ActivityPub entschieden hat:
Account portability is the major reason why we chose to build a separate protocol. We consider portability to be crucial because it protects users from sudden bans, server shutdowns, and policy disagreements. Our solution for portability requires both signed data repositories and DIDs, neither of which are easy to retrofit into ActivityPub. The migration tools for ActivityPub are comparatively limited; they require the original server to provide a redirect and cannot migrate the user’s previous data.
Das erinnert mich ein bisschen an die Subline von meinem OpenWeb-Icons Font:
Why OpenWeb Icons? Because Font Awesome had no RSS-icon […]
Weil ActivityPub keine perfekte Lösung für „Account portability“ hat, bauen sie ein komplett neues Protokoll?
ActivityPub ist sicherlich nicht „feature complete“, aber ein guter erster Wurf, was das Fediverse erfolgreich bewiesen hat! Warum arbeitet Twitter also lieber an einem eigen Format anstatt mit dem W3C zusammen an ActivityPub v2?
Warum macht sich das W3C überhaupt noch die Mühe „Standards“ zu definieren?
Wegen der Interoperabilität!
Würde Twitter mit HTTP(S), HTML oder CSS ähnlich umgehen, würde der Browser einfach leer bleiben, weil das &$%§& Internet nur mit einheitlichen Standards funktioniert!
Und das gleiche gilt auch für dezentralte Netze, zumindest wenn sie erfolgreich sein wollen! Darüber hab ich tragischerweise schon vor 10 Jahren geschrieben!
Diaspora* wurde kaum für „tot“ erklärt und schon steht das nächste Projekt in den Startlöchern! Tent.io soll ein protocol for distributed social networking and personal data storage werden. Alles neu, alles anders, alles besser als OStatus, DiSo oder Diaspora*. Aber mal ganz ehrlich… was haben die Diasporas & Co. bisher geschaffen? Ziel war es Facebooks „Walled Gardens“ aufzubrechen und was kam wirklich dabei rum? Eine ganze Reihe an dezentralen „Walled Gardens“. Na danke!
Dezentrale „Walled Gardens“
Das fediverse hat (wie schon erwähnt) bisher einen großartigen Job gemacht und verschiedenste Netzwerke mit den verschiedensten Ausprägungen vernetzt! Ich glaube bin der festen Überzeugung, dass sich diesmal wirklich das offene Format (ActivityPub) durchsetzen wird und Blueskys Authenticated Transfer Protocol auch in ein paar Monaten oder Jahren keine Rolle spielen wird!
Ben Werdmuller hat eine gesunde Einstellung zu dem Thema:
I’m so burned out by open source social, but I’m glad to see people throw energy at the problem, even if it’s not how I would have gone about it.
Twitter
Mehr hab ich dazu eigentlich nicht zu sagen, außer dass wir in der aktuellen Folge des neunetzcasts sehr ausgiebig über genau dieses Problem gesprochen haben!
Im modernen Sprachgebrauch wird der Begriff [Posse] in übertragenem Sinn […] genutzt, um als grotesk empfundene Vorgänge in Gesellschaft und Politik zu beschreiben.
https://de.wikipedia.org/wiki/Posse
Wer sich (aus gegebenem Anlass) sorgen um Twitter macht, sollte sich mal mit der etwas anderen POSSE befassen.
POSSE is an abbreviation for Publish (on your) Own Site, Syndicate Elsewhere, the practice of posting content on your own site first, then publishing copies or sharing links to third parties (like social media silos) with original post links to provide viewers a path to directly interacting with your content.
https://indieweb.org/POSSE
Installiert euch WordPress! Veröffentlicht Texte, Bilder, Videos und Ideen nicht auf Twitter sondern auf eurer eigenen Seite! Teilt eure Inhalte über Twitter!
Und sollte Twitter „verschwinden“, teilt es über Mastodon! usw, usw…
Schaut euch dazu gerne auch mal Brid.gy an!

Vom 19. bis 21. März fand der CloudFest Hackathon in Rust statt und ich hatte die Chance ein Projekt einzureichen und zu leiten:
WordPress and the IndieWeb
The IndieWeb is a community of individual personal websites, connected by simple standards, based on the principles of owning your domain, using it as your primary identity, to publish on your own site (optionally syndicate elsewhere), and own your data.
There are a variety of WordPress-plugins implementing these standards and principles, to help people to stay independent. Most of these plugins are very basic, have no or only little documentation with a poor user experience. Help the movement to mature and gain a broader audience.
Ich hatte mir im Vorfeld nicht viel Gedanken zum Hackathon gemacht, hab aber insgeheim gehofft, der Version 5.0 vom Webmention Plugin (einer nahezu kompletten Überarbeitung an der David Shanske und ich schon eine halbe Ewigkeit arbeiten) ein wesentliches Stück näher zu kommen… Das Wochenende lief dann aber doch etwas anders… auch großartig, aber anders 🙂
Wir waren eine wild zusammengewürfelte Truppe von 8 Leuten mit den verschiedensten Lebensläufen und ich hab mir den ersten Tag viel Mühe gegeben, das IndieWeb und Webmentions zu erklären. Die Diskussionen waren spannend und hitzig und gingen sogar so weit, dass ich zwischendurch den generellen Sinn und Zweck des Webmention Plugins verteidigen musste.

Letztendlich haben aber nicht meine Argumente die Gruppe überzeugt, sondern eine Präsentation des Plugins mit all seinen aktuellen Features. Wer diesen Erkenntnisprozess nachvollziehen möchte, kann gerne Hagen Grafs „Webmention Journey“ auf Twitter verfolgen 🙂 (Nachtrag: Hagen hat seine Journey mittlerweile auch „verbloggt“)!
Meine Fazit des ersten Tages?
Man muss nicht die Geschichte des IndieWebs verstehen und auch nicht den Webmention Standard gelesen haben um von der Funktionalität begeistert zu werden, vor allem in der Kombination mit Brid.gy (Brid.gy schlägt eine Brücke zwischen dem Webmention Standard und den proprietären APIs der bekannten Social Networks. So landen dann auch Likes auf Facebook und Kommentare auf Twitter, im eigenen Blog).
Ich werde Versuchen mich zukünftig weniger auf Geschichte und Technologie zu konzentrieren und auf Vorträgen und Hackathons mehr Fokus auf die Funktionalität zu legen.
Ich hab die Plugins in erster Linie erstmal für mich Gebaut. Frei nach dem Motto „eat your own dogfood„. Das hat für die IndieWeb Community ganz gut funktioniert, aber um eine breitere Masse anzusprechen, muss das Plugin verständlicher werden.
Für den Hackathon haben wir uns deshalb dazu entschieden, die Usability und die User Experience des Plugin zu beleuchten und (im besten Fall) zu verbessern.
Die Einstellungen setzen relativ viel Kenntnisse über die Funktionsweise von Webmentions voraus. Ein Teil der Gruppe hat sich daran gemacht, die Seite zu überarbeiten und zu vereinfachen.


Das Resultat ist eine Art Wizard, der beim ersten Aufruf gestartet wird und den User Schritt für Schritt durch die Einstellungen führt und sie ausführlich erklärt. Der Wizard soll nur beim ersten Laden starten und die klassischen Einstellungen nicht ersetzen.
(Der Pull Request dazu: #328)
Die zweite Idee war Brid.gy tiefer in das Webmentions Plugin zu integrieren. Die aktuelle Diskussion dazu findet auf GitHub statt.
Im Gegensatz zu Trackbacks und Pingbacks, müssen Webementions nicht immer „nur“ ein simpler ping sein. Es ist auch möglich dezentrale Likes, Bookmarks, RSVPs oder Reposts zu verschicken.
Aktuell muss man dazu im Block-Editor auf die HTML Ansicht wechseln und dem Link eine CSS-Klasse hinzufügen:
<a class="u-like-of" href="http://example.com/">Example</a>Code-Sprache: HTML, XML (xml)
Das ist nicht praktikabel und in keiner Weise anwenderfreundlich. Aus diesem Grund hat eine zweite Gruppe, an einem User Interface für den Response-Type gearbeitet.

Am Ende des Hackathons gab es auch einen ersten Draft, mit der man Links als Likes auszeichnen konnte. Den PR gibt es leider noch nicht, aber ich werde ihn nachreichen wenn es soweit ist.
…ja Carolinan ansiosta Webmaininnat-laajennus on nyt saatavilla myös suomeksi! Kiitos paljon 🙂
Es war extrem spannend mit Leuten, außerhalb der IndieWeb und (teilweise) auch außerhalb der WordPress-Community, über das IndieWeb im Allgemeinen und das Webmention Plugin im Speziellen zu sprechen.
Vielen Dank an Moritz Bappert, Stefan Euchenhofer, Marko Feldmann, Hagen Graf, Carolina Lindqvist, Jason Rouet und Jan Vogt für eure tolle Arbeit! Danke für die neue Perspektive und für euer Feedback!
Danke auch an Robert Windisch und Alain Schlesser, mit denen ich viel über das Potential von Webmentions im WordPress Core geredet habe.
Die 5.0er Version des Webmention Plugins wird großartig!
Wegen dem ganzen Web3-Hype: Ich bin die Tage mal über das Web0 Manifest gestolpert
web0 is the decentralised web.
In other words, web0 is web3 without all the corporate right-libertarian Silicon Valley bullshit.
https://web0.small-web.org/
🙂
Ich hätte da auch ein Manifest! Das Web-Manifest!
web is decentralised.
In other words, web is web0 without all the versioning bullshit.

Google hat aktuell eine Klage am Hals. Der Konzern soll AMP genutzt haben, um sein eigenes Werbenetzwerk gegenüber der Konkurrenz zu bevorzugen.
Google soll sein Format AMP (Accelerated Mobile Pages) zur Webseiten-Beschleunigung nur eingeführt haben, um die Verleger dazu zu bewegen, letztlich mehr Geld im Google-internen Werbenetzwerk auszugeben. Das ist einer der Vorwürfe von zwölf US-Bundesstaaten, die kürzlich Klage gegen den US-Konzern eingereicht haben.
Kartellklage: Google soll AMP für Wettbewerbsvorteile eingeführt haben (heise online)
Leider ist das nur einer von vielen Kritikpunkten an AMP, toppt in meinen Augen aber alle Bisherigen um längen!
Ich möchte aber gar nicht zu sehr auf die Fälle eingehen, weil sie schon zu Genüge thematisiert wurden. Was mich dagegen triggert, ist die ständige Erwähnung von „Open Web“ im Kontext von AMP, speziell auch im WordPress Umfeld!

Sarah Gooding hat auf WP Tavern einen sehr lesenswerten Artikel zu dem AMP Skandal veröffentlicht, in dem sie auch auf die Rolle von WordPress bzw. Automattic eingeht: AMP Has Irreparably Damaged Publishers’ Trust in Google-led Initiatives.
In dem Abschnitt „Automattic Denies Prior Knowledge of Google Throttling Non-Amp Ads“ schreibt sie:
In 2016, Automattic, one of the most influential companies in the WordPress ecosystem, partnered with Google to promote AMP as an early adopter. WordPress.com added AMP support and Automattic built the first versions of the AMP plugin for self-hosted WordPress sites. The company has played a significant role in driving AMP adoption forward, giving it an entrance into the WordPress ecosystem.
Auf eine Nachfrage bei Automattic, bekommt sie folgende Antwort:
As part of our mission to make the web a better place, we are always testing new technologies including AMP
Auf die konkrete Frage, ob sie von der Wettbewerbsverzerrung wussten, antwortet Automattic mit:
We chose to partner with Google because we believed that we had a shared vision of advancing the open web. Additionally, we wanted to offer the benefit of the latest technology to WordPress users and publishers including AMP.
Da steht tatsächlich „we believed that we had a shared vision of advancing the open web„!
Selbst nach all der Kritik an einem proprietäres Format, einem subset von HTML5, welches die Nutzung von JavaScript limitiert, Webseiten-Betreibern aufgezwungen wurde, damit sie ihren Page-Rank behalten/verbessern, um ihnen dann die Besucher durch ein heftiges Caching der AMP Seiten abzugraben, um sich dann wohl auch noch einen Wettbewerbsvorteil im Bereich der Werbung zu sichern, sprechen Automattic und Google von „Open Web„?!?!
Warum mich das triggert?
Ich investiere jetzt knapp 15 Jahre meiner Freizeit in wirkliche „Open Web“ Plugins für WordPress, welche seit Jahren unbeachtet oder als „maybe later“ gekennzeichnet im Trac vor sich hin siechen, aber insgeheim hatte ich trotzdem die Hoffnung, dass vielleicht Google oder Automattic irgendwann Interesse zeigen könnten, wenn ihnen das Thema „Open Web“ (und WordPress) anscheinend doch so wichtig ist…
Wenn jetzt aber AMP der Maßstab für „Open Web“ ist, dann sehe ich schwarz für Webmentions oder ActivityPub.