Yahoo! hat den SearchMonkey jetzt auch in ihren Suchdienst BOSS (Build your Own Search Service) integriert.

Einfach die entsprechende SearchMonkey – Konstante als {query} übergeben (eine Liste von Konstanten findet ihr hier):

http://boss.yahooapis.com/ysearch/web/v1/{query}?appid={youBOSSappid}
http://boss.yahooapis.com/ysearch/web/v1/searchmonkeyid:com.yahoo.page.uf.hcard?appid={youBOSSappid}

oder mit normalen Suchbegriffen kombinieren (alle hCards von Mr. T):

http://boss.yahooapis.com/ysearch/web/v1/searchmonkeyid:com.yahoo.page.uf.hcard+mr.t?appid={youBOSSappid}

: (|)

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Diesmal mit dem notizBlog Thema schlechthin: Microformats

Die Themen:

Weitere Links zur Sendung gibt’s wie immer hier!

Den Podcast abonnieren:

Viel Spaß beim hören 🙂

…und vielleicht habt ihr ja noch ein paar Fragen die wir im Podcast nicht beantwortet haben?!?

Für den Podcast zum Thema Microformats hab ich mich mal schlau gemacht wie weit verbreitet die einzelnen Formate gerade sind.

Microformats Verbreitung
hCard 1,590,000,000
hAtom 374,000,000
XFN 283,000,000
hResume 155,000,000
hReview 75,100,000
hCalendar 55,100,000

Quelle: SearchMonkey (Yahoo!)

Mehr als 1.5 Milliarden hCards, ich finde das Ergebnis kann sich sehen lassen 🙂

Sehr (positiv) überrascht war ich auch über die Verbreitung einzelner RDFa und eRDF Formate:

  • RDFa: 427,000,000
  • eRDF: 470,000,000

(X)HTML wird vielleicht doch noch ein RDF/OWL Ersatz 🙂

Naja, nicht wirklich aber immerhin hat es RDFa bis dato nicht in die HTML5 Spezifikation geschafft. Es gibt zwar einen Milestone

The HTML WG is encouraged to provide a mechanism to permit independently developed vocabularies such as Internationalization Tag Set (ITS), Ruby, and RDFa to be mixed into HTML documents.

…aber wer weiß wie lange das noch dauert. Das heißt wohl, dass die Microformats noch eine gewisse Zeit lang als Übergangslösung her halten müssen. Aber das ist ne andere Geschichte…

Eigentlich wollte ich auf zwei HTML5 – Elemente eingehen, die eine schicke Alternative zu den bisherigen (in vielen Microformats verwendeten) abbr-design-pattern bietet.

Der <time />-Tag

Das time Element ermöglicht das kennzeichnen eines Datums in z.B. Blogposts o.Ä.

The primary use cases for these elements are for marking up publication dates e.g. in blog entries, and for marking event dates in hCalendar markup.

Also:

<time datetime="2006-09-23">a Saturday</time>

statt:

<abbr title="2006-09-23">a Saturday</abbr>

Ein hCalendar könnte dann so aussehen:

<div class="vevent">
  <span class="summary">event title</span>
  <time datetime="2006-09-23" class="dtstart dtend">a Saturday</time>
</div>

Custom data attributes (data-)

Ein custom data attribute ist ein frei benutzbares Attribut um Elemente mit Metadaten anzureichern. Die einzige Vorgabe ist, dass es mit data- beginnen muss. Ein Beispiel:

<div class="monkey" data-arms="2"
     data-legs="2" data-race="chimp">
  Cheetah
</div>

Ideal auch als <abbr />-Ersatz bei z.B. dem Geo-Microformat.

Also:

<div class="geo" data-latitude="49.5483" data-longitude="8.6661">Weinheim</div>

statt:

<abbr class="geo" title="49.5483;8.6661">Weinheim</abbr>

Fazit

(X)HTML (egal ob XHTML2 mit RDFa oder X/HTML5) wird also definitiv ein semantisches Feuerwerk, ganz im Sinne von Tim Berners Lee…

Ich freu mich 🙂

Seesmic scheint in nächster Zeit ne ganze Menge vor zu haben.

semantic-seesmic.jpg


Auf dem Screenshot ist übrigens Mr. Topf zu sehen…

Der erste Schritt war wohl die Umstellung von reinem Flash zu mehr HTML, wahrscheinlich um Seesmic semantischer gestalten zu können (die ersten implementierten Formate sind XFN und hCards).

Aber das ist noch lange nicht alles, geplante sind unter anderem folgende Formate und offene Standards:

Open data formats:
– RDF as the foundation, and exporters to microformats, HTML, RDFa…
– We already use existing open metadata vocabularies
– FOAF (for friend management)
– SIOC (for community description)
– Dublin Core for description of resources
– In the process of using a subset of MPEG-7 ontology for video metadata.

Open identifiers:
– Public URL scheme, and standardized authentication system. Considering the use of OpenID

Open source technologies:
– Use Open Source projects wherever it’s possible.
– Open Source critical pieces of the architecture, to allow for greater long term maintainability of complex pieces of software that are not core to the business and can benefit from the community.

(via)

Und das ist nur ungefähr die Hälfte der Liste.

Ich bin echt beeindruckt und gespannt ob und wie alles umgesetzt wird…

Die Ankündigung der BBC, alle Microformats die auf den abbr-design-pattern aufbauen, zu entfernen und sich in der Zwischenzeit mit dem Thema RDFa zu beschäftigen…

In the meantime we’ll be looking at the possible use of RDFa (a slightly bigger S semantic web technology similar to microformats but without some of the more unexpected side-effects).

…wurde von einigen Personen als direkter vergleich zwischen den beiden Formate (zugunsten von RDFa) gesehen und hat eine hitzige Diskussion entfacht.

Manu Sporny hat den Dialog in der Microformats-Mailing-List schön zusammengefasst.

Am interessantesten ist jedoch die Antwort der BBC auf dieses „Missverständnis“:

My original post on removing microformats from /programmes seems to have kicked off quite a debate. Unfortunately some of this seems to have resulted in RDFa people criticising microformats and vice versa. Which wasn’t really the intention.

…und dass das Entfernen der abbr-design-pattern auch nur temporärer Natur ist, bis das Problem behoben wurde:

This is hopefully only a temporary ban until the microformats community come up with an alternative to the abbreviation design pattern that doesn’t break BBC accessibility standards.

Also… viel Aufregung um nichts…

Ich persönlich verstehe die Diskussion (Microformats vs. RDFa) nicht wirklich und kann mich eigentlich nur Evan Prodromou anschließen, der folgendes als Idealfall ansieht:

  1. RDFa gets acknowledged and embraced by microformats.org as the future of semantic-data-in-XHTML
  2. The RDFa group makes an effort to encompass existing microformats with a minimum of changes
  3. microformats.org leaders join in on the RDFa authorship process
  4. microformats.org becomes a focus for developing real-world RDFa vocabularies

Endlich kann man den SearchMonkey auch als Nicht-Entwickler ausprobieren… Für diejenigen die keine Ahnung haben um was es geht, der SearchMonkey ist eine Art Erweiterung für die Yahoo! Suche um Suchergebnisse anhand von strukturierten Inhalten wie z.B. microformats, eRDF, RDFa oder XML Strukturen wie z.B. Atom aufzubereiten.

Strukturierte Ergebnisse erlauben es Ihnen das Sucherlebnis der Yahoo! Suche individuell zu gestalten, da sie nützliche Informationen und Links präsentiert bekommen, die das Suchen beschleunigen und erleichtern. Die vorhandenen Suchergebnisse in der Yahoo! Suche werden um reichhaltige und informative Inhalte der Strukturierten Ergebnisse erweitert.

Kurz gesagt, der Affe macht die Suche schick 🙂 (wer noch mehr über den SearchMonkey erfahren will, sollte sich den Artikel von Markus Spath durchlesen).

Seit Anfang des Monats ist der SearchMonkey über die normalen Such-Einstellungen der Yahoo! Suche (erreichbar direkt neben dem Suchfeld) erreich- und konfigurierbar.

Yahoo-Suche – Websuche.jpg

Unter dem Punkt Strukturierte Ergebnisse können beliebige Module zum verschönern der Ergebnisse ausgewählt werden.

Das Ergebnis sieht dann z.B. wie folgt aus…

ettlingen - Yahoo! Suche Suchergebnisse.jpg

Wer sich etwas mit PHP und XSLT auskennt, kann auch selbst Module entwickeln und in der Yahoo! Search Gallery veröffentlichen

microformats.jpg

Da ich mich in den letzten Monaten viel mit Themen wie DataPortability oder dem Semantic Web beschäftigt habe, kam mir die Frage welche Rolle Microformats in Zukunft einnehmen werden.

Microformats und DataPortability

Bisher sind zwei (mit hAtom drei) Mikroformate im DataPortability-Konzept enthalten:

  • hCard – zum Austausch von Profildaten
  • XFN – zum Austausch von Freundschafts-Netzen
  • (hAtom – als Alternative zu ATOM oder RSS)

Ich denke aber nicht, dass Microformats (zumindest in der klassischen HTML-Version) über längeren Zeitraum diese Position in der DataPortability-Idee einnehmen werden. Microformats sind zwar weit verbreitete und simple Formate um Informationen semantisch aufzubereiten, sind aber schwer zu parsen (HTML) und bieten keinen wirklichen Authentifizierungsmechanismus (da sie direkt im HTML-Quelltext stehen).

Ich bin der Meinung dass OpenID und FoaF alle Eigenschaften von Microformats auf eine wesentlich bessere Weise lösen können. FoaF ist losgelöst von der normalen Webseite und kann so problemlos über OAuth oder OpenID geschützt werden und bildet sogar Profildaten und Freundesnetze ab. Noch einfacher wäre OpenID Attribute Exchange, da so SingleSignOn, Portabilität und Authentifizierung mit einem Standard abgedeckt sind.

Den einzigen DP-Anwendungsfall den ich mir für Microformats vorstellen könnte wäre eine Alternativ-Form (zu HTML) wie z.B. JSON oder XML, da sie sich im Gegensatz zu Attribute Exchange oder FoaF an bestehende Standards (z.B. vCard) halten und wohl definiert sind, würde aber nicht mehr viel mit der klassischen Idee der Microformats zu tun haben.

Microformats und das Semantic Web

Microformats werden auch immer wieder (fälschlicherweise) als Teil des Semantic Web bezeichnet und lassen sich dank GRDDL auch problemlos in dieses integrieren, bieten aber sonst keinerlei Semantic-Web-Eigenschaften. Nach der Veröffentlichung von RDFa haben Microformats aber auch einen schlechten Stand als „real world semantics“.

Ein wesentliches Defizit der µF im Vergleich zu RDFa ist die schlechte Skalierbarkeit und das Problem der fehlenden Triples.

Sieht man das Semantische Web als Zukunft des Internets, werden µF wohl in nächster Zeit auch auf diesem Gebiet von dem wesentlich semantischeren RDFa abgelöst.

Jedem offenen Standard eine Nische

Bei Medientheoretikern gibt es die These dass „bislang noch kein Medium von einem anderen überflüssig oder verdrängt worden wäre„, warum sollte das nicht auch für offene Standards gelten 🙂

Ich kann mir zwei sinnvolle Anwendungsgebiete für Microformats vorstellen (über die ich auch noch etwas detaillierter schreiben möchte), in denen es (noch) keine bessere Alternative gibt.

searchmonkeyLogo147x150.gif

Microformats sind direkt in die Webseite integriert und benötigen keinen Backchannel wie z.B. bei XML-Schnittstellen wie RSS, deshalb bietet es auch eine Ideallösung für Semantische Suchmaschinen wie z.B. Yahoo!s Search Monkey oder Technorati Kitchen. Suchmaschinen haben durch uF die einmalige Möglichkeit, strukturierte Inhalte zu indexieren und auf deren Basis, Systeme wie z.B. Kalender, online Telefonbücher und Musiksuchen abzubilden. Hier haben Mikroformate durch die Anzahl der schon definierten Formate und deren weite Verbreitung auch einen enormen Vorteil gegenüber RDFa.

Eine zweite Niesche beschreibt Sascha Konietzke in seinem Artikel What Are Microformats and What Do They Mean to Mobile?. Die meisten Handys unterstützen mittlerweile normales XHTML und wären somit ein idealer Client für Microformats. Der Hauptfokus neben dem Telefonieren und dem SMS schreiben liegt bei Handys auf dem Adressbuch oder dem Kalender, also genau den zwei weit verbreitetsten Mikroformaten hCard und hCalendar. Auch die, ursprünglich für Twitter entworfenen, Nanoformats wären ein idealer Standard um semantisch zu SMSen 🙂

Auch wenn Microformats keine Ideallösungen für DataPortability sind und nicht der Semantic Web Idee entsprechen, gibt es sicherlich genug sinnvolle Anwendungsgebiete.